"Ohne Geflügelschlachthof hätte Wietze keine Ausgangssperre"

Leserbeiträge Von Extern | am Di., 30.03.2021 - 15:04

Dirk Weißenborn aus Wietze schreibt zur aktuellen Ausgangssperre in seiner Gemeinde (CELLEHEUTE berichtete):
"Die Einwohner von Bergen, Celle, Flotwedel und Wietze werden also auf eventuell unbestimmte Zeit von 21 bis 5 Uhr in den eigenen vier Wänden eingeknastet. Die vollständige Immobilisierung des Volkes gibt die aktuelle Coronaverordnung des Landes Niedersachsen zwar noch nicht her, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Eine parallel zur nächtlichen Ausgangssperre stattfindende Stilllegung des Geflügelschlachtbetriebes könnte die angestrebte Senkung der Inzidenzen – nicht nur in Wietze -  deutlich unterstützen. Meldungen zufolge findet das Infektionsgeschehen - trotz extremen Testens der Mitarbeiter - nur außerhalb des Betriebsgeländes auf „diffuse“ Weise statt. Dennoch besteht der Verdacht, dass Wietze ohne den Geflügelschlachthof noch nicht von Ausgangsbeschränkungen betroffen wäre.

Warum veröffentlicht der Landkreis Celle die Infektionszahlen aus dem Wietzer Geflügelschlachthof nicht? Angeblich sind sie ja unbedeutend für das Gesamtgeschehen. Selbstverständlich werden die Kreisbehörden nichts herausrücken. Aber eventuell vernichtet eine langanhaltende Sars-CoV2 Pandemie den Geflügelschlachthof in betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Immense Testkosten, ausfallende Mitarbeiter, das Verbot von Leiharbeit und eine grassierende Vogelgrippe könnten die ökonomische Existenz des Wietzer Geflügelschlachthofs beenden. Und da von den gewählten „Verantwortlichen“ niemand Mitgefühl für die über Nacht eingeknastete Wietzer Bevölkerung und die Menschen im weiteren Landkreis aufbringt, sollte erst recht kein Mitgefühl für das erwähnte Unternehmen aufkommen."

Auf Nachfrage von CELLEHEUTE, ob es im Geflügelschlachthof Wietze aktuelle Corona-Fälle oder Quarantäne-Anordnungen gibt und wie der Landkreis die Veröffentlichung von Corona-Fällen (Quarantäne-Anordnungen) im gewerblichen Umfeld handhabt, hieß es in der vergangenen Woche von Seiten des Landkreises:
"Wie bereits mehrfach berichtet, fährt die Celler Land Frischgeflügel bereits seit April 2020 ein sehr umfassendes Hygienekonzept mit wöchentlichen Testungen der Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter müssen zudem einen Test absolvieren, bevor sie das Gelände betreten dürfen.  Die vor Arbeitsaufnahme durch das Unternehmen positiv getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelangen nicht in den Betrieb und gehen zusammen mit etwaigen Kontaktpersonen in eine angeordnete Quarantäne.

Abgesehen davon sind uns größere Ausbrüche in anderen Gewerbebetrieben nicht bekannt. Nur dann wäre ein öffentliches Interesse gegeben."

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