Oldauer Störche sollen neues Nest bekommen

Umwelt Von Extern | am Di., 22.12.2020 - 17:56

OLDAU. Störche sind seit 2009 wieder regelmäßig Gäste auf dem Grundstück der Familie Spohr/Hoek in Oldau. Ihr Nest bauten sie auf dem Schornstein einer ehemaligen Bäckerei. Doch der ist in keinem guten Zustand. Christine Schäfer vom NABU Hambühren berichtet darüber, wie mit vereinten Kräften ein neuer Nistplatz für die Oldauer Störche geschaffen werden soll:

Störche sind seit 2009 wieder regelmäßig Gäste auf dem Grundstück der Familie Spohr/Hoek in Oldau. Der Schornstein, auf dem das Nest gebaut wurde, entstand aus der ehemaligen Bäckerei Stahl in den 60er Jahren. Adolf Spohr sorgte nach Schließung der Bäckerei dafür, dass dort ein Storchennest errichtet wurde.

Die erfolgreiche Brut von 2018 mit einem Jungstorch und von 2020 mit zwei Jungstörchen gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Störche trotz des derzeit eingeschränkten Nahrungsangebots aufgrund der trockenen Witterung wieder regelmäßig in Oldau zum erfolgreichen Brutgeschäft niederlassen. Für die Jungstörche werden anfangs von den Eltern vorverdaute Würmer, Larven und Heuschrecken gefüttert. Aufgrund des trockenen Sommers standen bei der weiteren Versorgung aber weniger Regenwürmer, Frösche, Fische und andere Reptilien auf dem Speiseplan, sondern eher Kleinsäuger, Heuschrecken und besonders Feldmäuse, die es in diesem Jahr reichlich gab.

Am Schornstein, der außer Betrieb und nur noch für das Storchennest von Bedeutung ist, nagte nun der Zahn der Zeit und er drohte zudem aufgrund seiner leichten Schieflage einzustürzen. Die Eigentümerin, Lisa Hoek, trat an den NABU Hambühren heran, machte auf den maroden Zustand aufmerksam und sprach sich ausdrücklich für den Erhalt des Storchennests aus. Auch der Weißstorchbeauftragte des Landkreises Celle, Gerhard Papenburg, der regelmäßig das Storchenleben in Oldau beobachtet, machte sich einen Eindruck vom Zustand des Schornsteins. Gemeinsam wurde beschlossen, in drei Aktionen das alte Nest dieses Jahr im Herbst abzutragen, Anfang des kommenden Jahres den Schornstein etwas einzukürzen und neu aufzumauern, um dann als letzte Aktion im Frühjahr ein komplett neues Nest zu installieren.

Mit so viel Engagement und gutem Willen wurde Ende Oktober – erfreulicherweise bei trockenem Wetter - mit der ersten Aktion begonnen, indem der Weißstorchbeauftragte von einer Arbeitsbühne aus das Nest, das über die Jahre ein stolzes Gewicht von ca.450 kg erreicht hatte, abtrug. Unterstützung kam auch vom erfahrenen Team der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch (OAB). Die OAB hat im Laufe der Jahre an die 285 Storchennester gebaut und stellt auch das neue Nest für die Oldauer Störche her. Als Grundlage werden auf Eichenbohlen eine Platte und eine Holzkonstruktion aufgeschraubt, worauf das aus geflochtenen Weidenruten, Reisig und Schilf gearbeitete Nest befestigt wird. Das ganze Nest hat einen Durchmesser von 1,40 m und ein Gewicht von ca. 90 kg.

Die Firma SV Vermietung Leverenz aus Hambühren stellte die Arbeitsbühne zur Verfügung und sponserte die nicht unerheblichen Kosten hierfür. Der NABU Hambühren organisierte die Abfahrt des alten Nistmaterials. Für den Abbau des alten Nests wurden über drei Stunden benötigt.
Die Kosten für den Abbau des alten Storchennests werden vom NABU Hambühren getragen. Die nicht unerheblichen Kosten für die Maurerarbeiten würde Lisa Hoek übernehmen, wünscht sich aber, dass sich alle am Erhalt des Storchennests interessierte Bürger/innen – nicht nur aus Oldau – mit einer Spende an diesen Kosten beteiligen. Wer möchte, kann auf das Konto von Lisa Hoek: DE96 2519 0001 0558 2059 00 Stichwort: Sanierung Storchennest Oldau eine Spende überweisen. Die bisher eingegangenen Spenden haben bisher noch nicht die Höhe erreicht, um den Eigenanteil für Familie Hoek angemessen zu mindern.

Für den ersten Arbeitsabschnitt dankt der NABU allen ehrenamtlichen Helfern, der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch, Herrn Papenburg und der Firma Leverenz für ihre großzügige Spende durch die Bereitstellung der Arbeitsbühne. Besonderer Dank geht natürlich an Frau Hoek und ihre Familie, ohne deren Bereitschaft, das Storchennest als Bestandteil des Dorfbildes zu erhalten, Oldau bald kein Storchendorf mehr wäre. Frau Hoek sorgte außerdem für Getränke für das Arbeitsteam, der NABU spendierte einen Eintopf.

Um den Zeitplan einzuhalten, soll im Januar 2021 in frostfreier Zeit so bald wie möglich mit den Maurerarbeiten begonnen werden, um dann zügig im dritten Arbeitsabschnitt das neue Nest zu installieren, denn die Störche werden schon Anfang März aus ihrem Winterquartier zurückerwartet. Über die Folgearbeiten wird weiter berichtet.