Glücklich im neuen Nest: Oldauer Storchen-Bauprojekt abgeschlossen

Umwelt Von Redaktion | am Do., 04.03.2021 - 16:13

OLDAU. In der letzten Februarwoche konnten endlich die im Herbst 2020 begonnenen Sanierungsarbeiten des Schornsteins für das Storchennest auf dem Grundstück der Familie Hoek-Spohr in Oldau fortgesetzt werden (CELLEHEUTE berichtete). Der Sanierungstrupp stand bereit, allerdings ließ der außergewöhnlich heftige Wintereinbruch zwei Wochen zuvor eine erhebliche Verzögerung befürchten. Doch die „Mission Storchennest“ stand – wie schon im Herbst 2020 – wettermäßig unter einem guten Stern. Völlig überraschend kehrte der Frühling ein und die Einrüstung des Schornsteins konnte am 23.2.2021 beginnen.

In der Winterzeit war der NABU Hambühren bemüht gewesen, die erforderlichen finanziellen Mittel zu beschaffen, ohne die die Sanierung nicht realisierbar gewesen wäre. Zunächst waren über die Medien Spendenaufrufe gestartet worden, die recht erfolgreich verliefen. Die Sparkasse Celle signalisierte sofort die Bereitschaft, die Kosten für das Storchennest zu übernehmen. Aber es kamen auch Absagen von Sponsorenanfragen und die Sorge war groß, wie die Sanierungssumme zu stemmen sei.

Letztendlich kam die positive Nachricht von der Naturschutzstiftung Celler Land, dass das Projekt förderwürdig sei und fast in letzter Minute wurde am 4.2.2021 der Bescheid über die Kostenübernahme für die Gerüstkosten in voller Höhe zugestellt. Die Freude darüber war natürlich riesig groß. Doch auch durch das Entgegenkommen der Firmen Andreas Stumpf und Henry Leverenz aus Hambühren, auf die Bezahlung eines großen Teils ihrer Leistungen zu verzichten, konnte das Projekt letztendlich durchgeführt werden. Weitere Spenden sind trotzdem weiterhin willkommen und werden weitergeleitet (Konto von Frau Hoek: DE96 2519 0001 0558 2059 00 Stichwort: Sanierung Storchennest Oldau).

Gerhard Papenburg, der Weißstorchbetreuer vom Landkreis Celle, beobachtete gespannt den inzwischen gestarteten Winterrückzug der Störche. In den Vorjahren wurde die Ankunft der Oldauer Störche Anfang März dokumentiert, aber ausgerechnet in diesem Jahr erschien der erste Storch schon am 24.2.2021. Dadurch wurden Maurermeister Andreas Stumpf und seine Helfer angespornt, die Abriss- und Maurerarbeiten zügig durchzuführen, was sie auch professionell innerhalb von zwei Tagen schafften trotz der mühseligen Aufgabe, die abgerissenen alten Steine sowie die neuen Steine und etliche Betonsäcke auf dem Gerüst bis zum Schornstein hoch- bzw. zum Teil herunterzutragen. Mittlerweile traf auch der zweite Storch ein, beäugte interessiert die Bauarbeiten und trug sogar nach Feierabend der Handwerker schon einiges Nistmaterial auf den neuen (abgedeckten) Schornstein.

Am 1.3.2021 konnte endlich das von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch (OAB) gefertigte neue Nest mittels Krans auf den sanierten Schornstein gehoben werden. Einige interessierte BürgerInnen, die Presse sowie alle aktiv Beteiligten und Ehrenamtliche waren erleichtert, als Herr Papenburg die von der OAB fachkundig gebaute Nestkonstruktion mit dem Untergestell aus Metall exakt in den Schornstein einsetzen konnte. Wie man sieht, haben die Störche das neue Nest bereits angenommen.

Damit wurde eine außergewöhnliche Aktion mit Unterstützung der Öffentlichkeit erfolgreich beendet. "Darüber sind wir sehr stolz", so der NABU Hambühren. Zu danken sei hier noch einmal ausdrücklich der Familie Hoek-Spohr für die Bereitschaft, das Oldauer Storchennest zu erhalten, der Naturschutzstiftung Celler Land für die Übernahme der Gerüstbaukosten, Firma Andreas Stumpf für die gesponserten Maurerarbeiten und Firma Henry Leverenz für die Gestellung des Steigers – beide Firmen aus Hambühren -, der Sparkasse Celle für die Kostenübernahme des neuen Nests, allen GeldspenderInnen, dem OAB für die zuverlässig und fachgerechte Lieferung des neuen Storchennests sowie Herrn Papenburg als Projektbetreuer.

Gerhard Papenburg bedankte sich seinerseits damit, einen Storch „Charlie“ zu taufen in Anlehnung an die Fernsehserie aus den 70er Jahre „Drei Engel für Charlie“. Drei Engel benötigte auch das Oldauer Storchenprojekt in Person von Lisa Hoek als Eigentümerin und Fürsprecherin für den Nesterhalt, Angelika Addicks als 1. Vorsitzende des NABU Hambühren als Organisatorin der Nestabbauarbeiten und Christine Schäfer vom NABU Hambühren, der die erfolgreiche Beschaffung der finanziellen Mittel gelang.
 

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