Auf große Resonanz stieß am Wochenende das 20jährige Jubiläum des Onkologischen Forums Celle e.V., das mit zwei Veranstaltungen in der Stadtkirche und im Celler Kreistagssaal gefeiert wurde. Das „Onkoforum“ bietet an Krebs Erkrankten kostenlos Beratung an und einen Ambulanten Palliativdienst für Celle Stadt und den Landkreis.

20 Jahre Onkologisches FrorumDer einstündige ökumenische Dankgottesdienstes in der gut gefüllten Stadtkirche am Freitagabend mit Elisabeth Michaelis einfühlsamer Orgel- und Klaviermusik, dem Posaunenchor Lachendorf unter Leitung von Rolf Schulze und dem Chor „Gospel Works“ unter der Leitung Anke Kommeraus gab vielen Betroffenen, Angehörigen und Helfern Mut und Zuversicht. In einer der Fürbitten, die von Dechant Pater Andreas Tenerowics, Superintendent Dr. Hans-Georg Sundermann, einer Angehörigen und einer Mitarbeiterin des Onkologischen Forums vorgetragen wurden, bat die Vortragende um die „Kraft, die nötige Sensibilität aufzubringen, in der Begleitung der Kranken fürsorglich und respektvoll zu sein“. Dr. Sundermanns Predigt zuvor hatte intensiv Bezug genommen auf Andreas Dresens Film von 2011, „Halt auf freier Strecke“, „einen Film über den Tod, der uns auch die Freude vermittelt, am Leben zu sein“ (ZDF).

Für die Empathie und aufopfernde Bereitschaft, für ihre Patienten gegebenenfalls rund um die Uhr da zu sein, wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forums einen Tag später im Kreistagssaal vor über zweihundert geladenen Gästen von allen Seiten gedankt: von Landrat Klaus Wiswe, der auch im Namen des Celler Oberbürgermeisters Dirk Mende sprach, von Gründungspräsident Dr. Bernd-Wolfgang Raack, vom Vereinsvorsitzenden Dr. Manfred Lux, vom früheren Schulleiter Rudolf Hartmann, vom Festredner Dr. Günther Spahn wie auch von der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Heike Otto. Otto setzte in ihrem Blick in die Zukunft dann unter anderem auf „verlässliche Spender“, die ein Stück Verantwortung für die Professionalität der Angebote übernehmen. Rudolf Hartmann als trauernder Angehöriger erlebte seine Begleiterin aus dem Onkologischen Forum vom ersten Moment an „eher als eine Freundin denn als Krankenschwester. Auch die Tote war für sie noch ein Mensch, dessen Würde geachtet wurde, die behandelt wurde mit Zärtlichkeit, ja Liebe, wie zu Zeiten, als sie noch lebte.“

Der Hämatologe und Onkologe Dr. Spahn, der in Mainz gerade erst ein „Institut für Integrative Krebstherapie“ gegründet hat, forderte das Forum in seiner eigens für das Jubiläum erstellten Festrede dazu auf, selbst die Diskussion zu suchen und mögliche hilfreiche Verzahnungen in der Krebstherapie zwischen traditioneller Schulmedizin, traditioneller chinesischer Medizin, Homöopathie und anderen komplementären therapeutischen Ansätzen auszuloten.

Fotos: Peter Müller

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