Ortsrat Neuenhäusen verteilt "faire Blumen" zum Weltfrauentag

Gesellschaft Von Redaktion | am So., 10.03.2019 - 10:53

CELLE. Sie gilt als Königin der Blumen: die Rose! Ob zum Geburtstag, zum Blinddate oder als Geste der Entschuldigung – Blumen sagen oft mehr als Worte. Was die wenigsten "Rosenkavaliere" beim Kauf allerdings bedenken, sind die Bedingungen, unter denen die Blumen angebaut werden. Darauf macht der Ortsrat Neuenhäusen aufmerksam. Zum Weltfrauentag setzte er deshalb ein Zeichen und verteilte zusammen mit der Steuerungsgruppe des Fairtrade-Stadtteils Fairtrade-Rosen im Ortsteil. Man wolle damit "die Frauen dieser Welt feiern und Arbeiterinnen in den Anbauländern stärken", so Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt. Seit 2018 ist Neuenhäusen Fairtrade-Stadtbezirk. Den Titel bekommen Städte und Stadtbezirke verliehen, die sich für den fairen Handel und eine gerechtere Welt einsetzen und dies vor einer Kommission darlegen.

Zum Hintergrund der Aktion heißt es weiter: "Weil die deutsche Blumenproduktion die heimische Nachfrage nicht befriedigen kann, müssen gut 80 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen importiert werden. Ein Großteil kommt von Blumenfarmen des globalen Südens in Kenia, Äthiopien, Tansania oder Ecuador. Tausende Angestellte sind dort mit der Aufzucht, der Ernte, dem Zuschneiden und Verpacken der Schnittblumen beschäftigt. Etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten sind Frauen. Viele von ihnen sind allein erziehend und haben keine Alternative als die schlecht bezahlte Arbeit auf den Blumenfarmen. „Als Konsumenten haben wir eine klare Verantwortung“, mahnt Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt daher. „Wer Frauen stärken will, sollte das nicht nur hier bei uns machen, sondern auch über Landesgrenzen hinweg.“ Eine Möglichkeit ist, beim Kauf auf das Fairtrade-Siegel zu achten. So könnten sich Verbraucher ganz konkret für Frauenrechte, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit einsetzen.

Seit 2005 gibt es das Fairtrade-Siegel für bessere Arbeitsbedingungen auf Blumen- und Pflanzenfarmen. Neben der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Prämienzahlungen für Bildungs- sowie Gesundheitsprojekte, fördere Fairtrade auch die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. In speziellen Trainings werden Frauen für Themen wie sexuelle Belästigung und Diskriminierung sensibilisiert und lernen, selbstbewusster aufzutreten.