Abwechslung im Corona-Alltag dank Osterferienprogramm im Pauluszentrum

Religion Von Extern | am Mi., 14.04.2021 - 15:38

CELLE. In einer Zeit, da man sich beim Frühstück mit den aktuellen Zahlen der Pandemie beschäftigen muss, ist es umso schöner, sich auch mal wieder mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen. Dazu gab es das Osterferien-Programm im Kinder- und Jugendtreff "Laden" des Paulus-Familienzentrums der Celler Paulusgemeinde, das Diakonin Rita Bakker verantwortlich leitet.

„Kaum hatten wir das Programm im Internet veröffentlicht, war das Angebot innerhalb von zwei Tagen ausgebucht“, sagt Bakker. Weil die Warteliste immer länger wurde, entschied sich das Familienzentrum, das Angebot zu erweitern und zu verlängern. „So konnten wir am Ende etwa 15 Kinder pro Tag erreichen“, erklärt Bakker. „Der Bedarf an solchen Angeboten ist aktuell sehr hoch. Ich habe das Gefühl, dass wir eine kleine Oase in der Wüste sind, die für Kinder durch die Auswirkungen der Pandemie entstanden ist.“

Dass das Programm überhaupt in diesem Umfang stattfinden konnte, lag auch an der tatkräftigen Mithilfe von zwei neuen Auszubildenen der Sozialassistenz der Lobetaler Ausbildungsstätten, die im Familienzentrum ihr Jahrespraktikum absolvieren. „Eine Besonderheit in dieser Zeit“, sagt Rita Bakker. Viele Praktikumsplätze mussten aufgrund der aktuellen Situation aufgegeben werden. „Deshalb freuen wir uns umso mehr, hier im 'Laden' die Fachkräfte der Zukunft zu fördern und auszubilden.“

Ann-Kathrin Müller ist eine dieser zukünftigen Fachkräfte. Sie sagt: „Mich hat im 'Laden' vom ersten Moment an angesprochen, dass den Kindern dort Hilfe und Unterstützung gegeben wird, wann immer sie es benötigen. Ungeachtet ihrer sozialen Herkunft.“ Sie hofft, dass auch sie einen Teil dazu beitragen kann, den Kindern unter die Arme zu greifen. Die Arbeit unter Corona-Bedingungen sei „sehr intensiv“, die Ausnahmesituation habe dazu geführt, dass man im Team sehr eng zusammengerückt sei. „Was mich besonders berührt sind die Momente, wenn die Kinder richtig aufblühen, wenn man merkt, dass sie trotz dieser schwierigen Umstände eine schöne Zeit im Laden haben.“ Jeder Tag im Familienzentrum, sagt Müller, sei anders und neu, auch dafür sei sie dankbar: „Dass ich das Praktikum überhaupt machen kann, ist eine tolle Sache. Die bisherigen Erfahrungen zeigen mir, dass auch eine Pandemie nicht verhindern kann, dass Kinder glücklich sind, wenn man sich um sie bemüht.“

Ihre Kollegin im Jahrespraktikum heißt Bianca Altmeyer. Die 31-Jährige hat sich für eine neue Ausbildung entschieden, weil sie ihrem Beruf als Köchin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen konnte. Sie sagt, dass es ihr manchmal schwerfalle, die aktuelle emotionale Lage der Kinder vor Ort richtig einzuschätzen. Gleichzeitig „bin ich sehr stolz darauf, dass die Kinder trotz der Situation ihren Mut, ihren Sinn für Humor und ihre Lebensfreude nicht verloren haben.“ Gerade das so sehnsüchtig aufgenommene Osterprogramm habe bewiesen, wie wichtig es derzeit ist, den Kindern ein wenig Abwechslung im Corona-Alltag zu bieten.

Abwechslung anbieten, Unterstützung leisten, da sein – all das machen Ann-Kathrin Müller und Bianca Altmeyer auch weiterhin. Das nachhaltig erfolgreiche Ferienangebot im Laden habe gezeigt, wie wichtig die Arbeit innerhalb der Paulusgemeinde tatsächlich ist.

Text: Alex Raack