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Celle - Ostumgehung - Klage - Bürgerinitiative - BUND

„Ostumgehung Celle – jetzt!“ – Neu gegründete Bürgerinitiative geht in die Offensive

21.08.2019 - 10:17 Uhr     Anke Schlicht    0
Fotos: Peter Müller

CELLE-ALTENCELLE. Nun ist das Fass endgültig übergelaufen. Dass die Befürworter des umgehenden Weiterbaus der Ostumgehungsstraße „die Schnauze voll haben“, verkündeten sie bereits auf großen roten Bannern, die in vielen Teilen der Stadt und auch darüber hinaus in den vergangenen Wochen zu lesen waren. Nun sind sie einen Schritt weiter: „Seit zehn Tagen gibt es einen Verein“, verkündete der neu formierte Vorstand auf der öffentlichen Versammlung gestern Abend im Altenceller „Allerkrug“. Rund 200 Interessierte fanden sich ein, um sich informieren zu lassen über die Etablierung einer Bürgerinitiative (BI) in Vereinsform mit dem Titel „Ostumgehung Celle – jetzt!“ und deren Pläne, ihrem Anliegen, der Blockade durch die erneute Klage der Umweltschutzorganisation BUND etwas entgegenzusetzen, Ausdruck zu verleihen.



Der Vorstand um Jens Dommes freute sich, dass neben Oberbürgermeister Jörg Nigge, dem FDP-Landtagsabgeordneten Jörg Bode sowie Landrat Klaus Wiswe auch mehr als zehn Ortsbürgermeister anwesend waren. Dieses zeige, dass sich der Unmut über die „unerträgliche Verkehrsbelastung“ nicht auf einzelne Stadtteile beschränke, sondern die ganze Stadt und angrenzende Gemeinden solidarisch seien. „Ich hoffe, dass Sie sich uns anschließen“, forderte Schriftführer Frank Toboll die Zuhörer auf, als Multiplikatoren zu wirken und im günstigsten Fall, der BI beizutreten. Noch während der Versammlung wurden Beitrittserklärungen verteilt. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 30 Euro bzw. 2,50 Euro im Monat.

Die zeitliche Dimension des Projektes Ostumgehung wurde deutlich anhand Tobolls Aussage: „Ich bin 51 Jahre, vor 20 Jahren haben sich meine Eltern bereits für den Bau eingesetzt. Ich führe weiter, was meine Eltern begonnen haben.“ Toboll hat die Zuständigkeit für die Geschäftsstelle der BI übernommen: „Wir sind eine Anlaufstelle für Bürger, die das tägliche Verkehrschaos nicht mehr ertragen können“, sagte er.

Oberbürgermeister Jörg Nigge erläuterte die Situation aus kommunalpolitischer Sicht und dankte den Initiatoren ausdrücklich: „Wir sind Spielball der Berliner Politik. Wir sind nicht tonangebend. Ihre Initiative hilft uns sehr. Sie signalisiert nach außen, dass wir als Celler zusammenstehen. Es geht um die Belastung der gesamten Stadt. Wir brauchen ganz schnell einen Bypass.“ Der Durchgangsverkehr beläuft sich laut BI-Vorstand auf täglich 20.000 Autos. Der BUND, der den Bau des dritten Abschnitts durch eine erneute Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss blockiert, sei weder gesprächs- noch kompromissbereit. „Der BUND isoliert sich. Sie wollen nicht kommunizieren, sondern klagen“, heißt es von Seiten der BI-Gründer. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg seien bei ähnlichen verkehrspolitischen Themen Einigungen ohne Gerichtsbeschlüsse erzielt worden. Die Klagebegründung liege nicht vor, von Seiten der politischen Gremien auf Bundes- und Landesebene wünsche man sich mehr Transparenz und Gesprächsbereitschaft.

„Auch wir sind für den Naturschutz, aber wo bleibt der Mensch?“, leiteten die Vorstandsmitglieder Wolfgang Lohmann und Dirk Heindorff die Vorstellung der geplanten Protestaktionen ein. Am 30. August geht es los. Auf dem Programm stehen vier unterschiedliche Protestformen: eine Fahrradsternfahrt mit vier Routen, symbolische Mahnwachen in Altencelle, ein Protestmarsch und eine Abschlusskundgebung. An vorbeifahrende Autofahrer sollen Handzettel verteilt werden. Als zentralen Ort für die Demonstration hat man dem potentiellen Verlauf der Umgehung folgend den Apfelweg in Altencelle ausgewählt. Dort wird auf angrenzendem Gelände für 300 Autos Parkraum bestehen. „Es muss deutlich werden, dass wir das Verkehrschaos nicht länger hinnehmen“, warb Dirk Heindorff für die erste Demonstration und mit Blick auf die Bürgerinitiative sagte er abschließend: „Wir müssen immer größer werden!“





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