"Neues Wir-Gefühl" - Otte-Kinast bei Bauernprotest in Hannover

Politik Von Redaktion | am Di., 22.10.2019 - 12:27

HANNOVER/CELLE. Allein aus Celle machten sich am frühen Morgen mehr als 220 Traktoren zu einer Protestfahrt nach Hannover auf. LHTV sendeten live vom Celler Schützenplatz in unserem Facebook-Kanal. 

Aufgerufen zu dem bundesweiten Aktionstag hat das Netzwerk "Land schafft Verbindung"; eine zentrale Kundgebung gibt es in Bonn. Die Landwirte protestieren unter anderem gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. "Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen", sagte Meike Schulz-Broers von dem Netzwerk.
 

 

Die Niedersächsischen Landwirtschaftsminsterin Barbara Otte-Kinast sagte bei der heutigen Kundgebung in Hannover, unzensiert und unkommentiert

Für mich ist die heutige Demo ein Weckruf in Richtung Gesellschaft und Politik: Landwirte haben Ängste, weil von Ihnen viel erwartet wird. Landwirtschaft wird sich verändern. Und Ängste sind völlig normal, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt.

Das Motto heute heißt: „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“. Ich verstehe diese Demo als Einladung an Gesellschaft und Politik. Die Landwirte reichen uns die Hand. Sie sind bereit für den Dialog. Das Ziel ist ein Gesellschaftsvertrag. Es muss klar definiert werden, welche Landwirtschaft gewollt und in unserer Gesellschaft anerkannt ist. Und wer einen Auftrag erhält, muss auch entlohnt werden. 

Ich möchte, dass von Hannover heute ein positiver Appell der Bauern an ihre Mitmenschen ausgeht: Wir gehen mit Euch in die Zukunft! Landwirte übernehmen seit Generationen viele Aufgaben, die sich die Öffentlichkeit wünscht. Auf den Höfen liegen die Lösungen, die wir alle suchen.

Diese Landesregierung steht an der Seite der Landwirte. Sie wird alles dafür tun, dass die Herausforderungen gemeistert werden. Denn diese Landesregierung weiß: Ohne Bauern stirbt das Dorf!

Ich erwarte, dass der Berufsstand die Impulse aufgreift. Es muss alles dafür getan werden, dass die Schere zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft geschlossen wird. Für mich zählt nur Annäherung, nicht Abgrenzung!

Wir als Politiker sind noch mehr als bisher gefordert, die Mittlerrolle einzunehmen. Dazu gehört es, offen und ehrlich zu kommunizieren. Wie zum Beispiel beim Thema Nitrat. JA, wir haben Probleme mit der Wasserqualität und JA, wir haben ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes deshalb, wodurch der Rahmen abgesteckt ist. Deshalb haben wir die roten Gebiete ausgewiesen.

Ich wünsche mir, dass durch die Aktion heute ein neues Wir-Gefühl entsteht. Mit diesem Rückenwind und mit der Energie aus diesen Tagen muss es weiter gehen. Am Ende müssen alle ein Ziel haben: Ein Verständnis darüber, dass es nur gemeinsam weiter gehen kann – nicht gegeneinander!

 

Weitere Redebeiträge liegen der Redaktion bisher nicht vor.