„Das ist jetzt nochmal dran“  - Pastor Matthias Winkelmann verlässt Bergen

Religion Von Susanne Zaulick | am So., 07.02.2021 - 16:38

BERGEN. „Das ist jetzt nochmal dran“, sagt Matthias Winkelmann über seinen Plan, nach 16 Jahren als Pastor der St. Lambertikirche Bergen an einem anderen Ort tätig zu werden. In der Ausbildung habe er gelernt, dass es gut sei, alle 10 bis 15 Jahre zu wechseln. Und das hält auch er grundsätzlich für richtig. „Manche Menschen finden Zugang zueinander, manche nicht“, begründet der 47-Jährige diese Praxis. Er selbst blickt uneingeschränkt zurück auf „eine gute Zeit in Bergen“. 

„Ich hatte die ganze Bandbreite“, erklärt er hinsichtlich seiner Tätigkeiten: Taufen, Krabbelgottesdienste für die ganz Kleinen, Betreuung der Kindergärten, Konfirmandenunterricht, Jugendfahrten, Trauungen, Frauenstunden auf den Dörfern, Geburtstagsgratulationen, Beerdigungen. Bei allem sei ihm immer die Begegnung mit den Menschen am Wichtigsten gewesen, die fröhlichen ebenso wie die ernsten. „Was ich sehr intensiv erlebt habe, waren oft die Beerdigungen. Da sind die Menschen sehr ehrlich“, sagt Winkelmann. Aber auch die kurzen Gespräche bei zufälligen Treffen „auf dem Bürgersteig“ oder Besuche von Gemeindegliedern im Krankenhaus fand er wertvoll. Besonders gern erinnert sich der gebürtig aus einer Hankensbütteler Landwirtsfamilie Stammende an die Feste in Bergen: Häger Heuball, Feuerwehrfeste oder enjoy-Party – wo gefeiert wurde, war er oft mit dabei. Von der Landjugend habe er in den vergangenen Jahren zum Oktoberfest, das in unmittelbarer Nachbarschaft von Pfarrhaus und Kirche stattfand, immer eine Gratiskarte bekommen. „Da bin ich natürlich hingegangen und wurde freundlich begrüßt“, sagt Matthias Winkelmann und schmunzelt. „Zuhause hätte ich eh nicht schlafen können“.

Als Kirchenkreisjugendpastor lagen ihm besonders die Jüngeren in der Gemeinde am Herzen. Und das schon in sehr zartem Alter. Die in St. Lamberti mittlerweile etablierten Krabbelgottesdienste wurden von ihm, gemeinsam mit Eltern und Ehrenamtlichen, ins Leben gerufen. Wenn bei den Kleinkindertreffen die Hauptpersonen hin und wieder auf dem Bobbycar durch die Gegend flitzten, um kurz darauf wieder aus vollem Herzen zu singen, haben auch diese Begegnungen den Pastor tief beeindruckt. „Diese Lebendigkeit ist der Wahnsinn“, resümiert er.

Die Idee, trotz allem, was in Bergen gut lief, nochmal woanders hinzugehen, sei im Herbst vergangenen Jahres konkret geworden, als er bei einem Kurzurlaub Zeit zum Nachdenken hatte. „Corona wirft einen auf sich selbst zurück“, sagt der 47-Jährige, der schon während seiner Studienzeit in Marburg, Leipzig und Wien offen war für neue Orte und Menschen. Er habe dann die Stellenausschreibungen der Landeskirche studiert und eine Stelle in Neuenkirchen im Heidekreis am interessantesten gefunden. Damit wechselt er zum kommenden Monat in den Kirchenkreis Rotenburg/Wümme, der zum Sprengel Stade gehört. 

Entpflichtet wird der Pastor, der vor seinem Einstieg in die Kirchenlaufbahn eine Banklehre absolviert hat, am Sonntag, 21. Februar, um 10 Uhr in einem halbstündigen Gottesdienst mit dem Soltauer Superintendent Heiko Schütte. 100 Personen sind zugelassen, natürlich mit Anmeldung (bis 18 Februar). Zusätzlich gibt es am Nachmittag um 15, 16, und 17 Uhr noch Gelegenheit an Andachten mit Matthias Winkelmann teilzunehmen. Auch hierzu sind Anmeldungen unter Lamberti2021@gmail.com notwendig. Die frei gewordene Pastorenstelle soll laut Matthias Winkelmann wieder besetzt werden. Wer dann neben Pastor Axel Stahlmann an St. Lamberti als Seelsorger wirkt, ist derzeit noch offen.

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