CELLE. 33 Leitungskräfte regionaler Unternehmen der Pflege und Gesundheit und die fachlich beteiligten Celler Schulen waren der Einladung der Agentur für Arbeit Celle gefolgt, sich über die Weiterentwicklung der Pflegeberufe zu informieren und auszutauschen. Thomas Knäpper vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben informierte über das neue Pflegeberufegesetz, das ab 2020 das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz ablösen wird. Ziel des Gesetzes ist, die Ausbildung zur Pflegefachkraft zu modernisieren und den Berufsbereich der Pflege insgesamt aufzuwerten. Die Reform betrifft knapp 140.000 Auszubildende in den Pflegeberufen.

„Kern des Pflegeberufegesetzes ist die Einführung der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Die schulische und praktische Ausbildung vermittelt Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. Damit wird der Wechsel zwischen den einzelnen Pflegebereichen erleichtert. Den Fachkräften werden wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten und zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnet“ erläuterte Knäpper.

„Neben diesem generalistischen Berufsabschluss können Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr auch eine Spezialisierung mit dem Abschluss „Altenpfleger/in“ oder „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in“ wählen. Die Einführung ist ein weiterer Ansatz, auf die zunehmend komplexeren Anforderungen im Pflegebereich einzugehen und bietet zusätzliche Karrierechancen“, ergänzte Gastgeberin Sabine Mix, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeit.
Schnell kam eine rege Diskussion über die Umsetzung der Reform in Gang, die angekündigten verbesserten Rahmenbedingungen wie die Modernisierung der Ausbildungsinhalte, beispielsweise eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen und mehr Praxisanleitung im Betrieb, wurden durchweg begrüßt. Auch die Aspekte der Schulgeldfreiheit und des Anspruchs der Auszubildenden auf angemessene Ausbildungsvergütung wurden thematisiert.

„Die Reform ist auch ein wichtiger Schritt zu mehr Anerkennung und Wertschätzung der Pflegekräfte in Deutschland. Davon profitieren gerade Frauen, die die anspruchsvolle Arbeit im Pflegeberuf noch immer ganz überwiegend schultern“ brachte Mix einen weiteren wichtigen Aspekt der Reform mit ein. Sie freute sich, mit der Veranstaltung in der Agentur für Arbeit Celle eine Plattform zum Austausch anbieten zu können, die es bis dato noch nicht gab und die weitere Aktionen und Aktivitäten auslöste. Diese seien aus Sicht des Experten vom Beratungsteam Altenpflegeausbildung des Bundesamtes unbedingt notwendig, um die Herausforderungen der neuen beruflichen Organisation zu meistern.

Das Beratungsteam Altenpflegeausbildung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben berät und informiert Pflegeeinrichtungen, Pflegeschulen sowie alle an der Pflegeausbildung Interessierten unabhängig und kostenfrei zu bundes- und landesrechtlichen Fragen zur Pflegeausbildung. Weitere Informationen sind unter www.altenpflegeausbildung.net erhältlich

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