BERLIN/CELLE. Bislang mussten pflegende Angehörige mindestens 14 Stunden pro Woche vorweisen, um sich Rentenpunkte für die Pflege anrechnen lassen zu können. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II, das im Januar 2017 in Kraft tritt, sind es nur noch zehn Stunden in der Woche. Viele Betroffene profitieren also von der Reform. Allerdings müssen dabei einige Punkte beachtet werden.

Seit Mitte der 90er Jahre erhalten Menschen, die einen Angehörigen pflegen,  Punkte für ihre spätere Rente. Die Beiträge werden dann von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen bezahlt. „Dazu musste sich aber derjenige mindestens 14 Stunden in der Woche um den Betroffenen kümmern“, erläutert Sabine Kellner Leiterin SoVD-Beratungszentrum Celle.

Für alle, die diese 14 Stunden nicht erreicht haben, gibt es jetzt eine gute Nachricht: Die Voraussetzung wurde auf zehn Stunden an mindestens zwei Tagen in der Woche gesenkt. „Das heißt, dass jetzt mehr Menschen von den Neuregelungen profitieren“, so Sabine Kellner weiter. Allerdings gelte nach wie vor: Der pflegende Angehörige darf nicht mehr als 30 Stunden in der Woche beruflich tätig sein.

Aber was ist zu tun, wenn diese Neuregelung auch auf mich zutreffen könnte? „Ich kenne Krankenkassen, die ihre Mitglieder anschreiben und auf den neuen Umstand hinweisen. Aber das werden sicherlich nicht alle tun. Deshalb raten wir: Einfach mal bei der Pflegekasse nachfragen und um eine Bewertung der Rentenpunkte bitten“, rät Sabine Kellner. Ansonsten gehe einem später bei der Rente bares Geld durch die Lappen.

Für all diejenigen, die bereits Rentenpunkte angerechnet bekommen, gilt ein so genannter Bestandsschutz. „Das heißt, dass sie automatisch in das neue System übergeleitet werden. Sie müssen nichts tun und können sich auch nicht verschlechtern“, betont Sabine Kellner.

Wer Fragen zu dem Thema hat, kann sich an das SoVD-Beratungszentrum in Celle wenden (SoVD-Kreisverband Celle, Hannoversche Str.57A, 29221 Celle, Tel: 05141 / 9029 – 10, Fax: 05141 / 9029 – 40, www.sovd-celle.de). Dort werden MItglieder kostenfrei beraten und bekommen auch Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen.

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