Piranha-Meeting 2020: Celler Schwimmer im nationalen und internationalen Vergleich erfolgreich

Wassersport Von Extern | am Di., 03.03.2020 - 15:57

HANNOVER/CELLE. In der 22. Auflage des Piranha-Meeting waren auch dieses Jahr wieder spannende Wettkämpfe und Schwimmsport auf hohem Niveau zu bestaunen. Neben dem Landesschwimmverband Niedersachsen, entsendeten weitere acht Landesschwimmverbände aus ganz Deutschland ihre Sportler an den Maschsee. Für internationales Flair sorgte die starke Konkurrenz aus Weißrussland.

Bei dem  dreitägigen Event in der Landeshauptstadt wurden vom 28.02.-01.03.2020 über 4200 Einzelstarts, sowohl in den Wettkämpfen der langen Strecken, als auch auf den Sprintdisziplinen absolviert. Ein besonderes Highlight bot der Abschluss des Vormittagsabschnittes mit dem traditionellen „Elimination-Race“ über 50m Freistil, in dem nach jedem Lauf die jeweils zwei langsamsten Sportler ausschieden. Insgesamt ein Mammutprogramm, welches unter den scharfen Augen der Kamprichter und der lobenswerten Organisation der SGS Hannover, reibungslos und zügig abgewickelt wurde. 

Über 800 Aktive nutzten diesen anspruchsvollen Wettkampf auf der 50 m Bahn im Stadionbad Hannover, um sich gegen die teilnehmenden Topathleten aus vielen deutschen Leistungszentren zu messen. Dabei ging es für alle, neben den Medaillen, auch um den Leistungscheck gegen die Konkurrenz und um die Qualifikation für die kommenden Landes-Meisterschaften und höher. Das Trainerteam Detlef Heidenreich und Sebastian Brandt hatte die 16 Aktiven des Celler SC gut vorbereitet, dies bestätigte das Team mit insgesamt 13 mal Edelmetall.

Dabei zeigte sich Tim Hartwich kurz vor seinem 16. Geburtstag in herausragender Verfassung. In allen seinen sechs Wettkämpfen unterbot der Freistilspezialist seine Bestzeiten deutlich und ließ auf 50 (0:24,69) + 100 m Freistil (0:54,69) der Konkurrenz keine Chance. Im Zwischenlauf des „Elimination Race, Best of Eight“ steigerte er sich nochmals und schlug in 0:24,58 als Sechster an. Somit sicherte er sich, als jüngster Teilnehmer, den Start im darauffolgenden Zwischenlauf „Best of Six“.  

„Ich war wohl zu aufgeregt, beim Start habe ich eine nicht korrekte Bewegung ausgeführt und wurde im zweiten Zwischenlauf disqualifiziert“, erzählt der Schwimmer verärgert. „Aber ich bin sehr dankbar für diese wertvolle Erfahrung, es hat riesigen Spaß gemacht mit den Athleten zusammen im Becken zu kämpfen“. Neben zwei Medaillen in Silber für die Leistungen auf 50 m Schmetterling + 50 m Rücken qualifizierte sich Tim an diesem Wochenende zudem für die anstehenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (50+100 m Freistil, 50 S, 50 Rücken).

Als  Medaillengarant bewies sich Lina Timm (2001) einmal mehr an diesem Wochenende. In ihren sieben Wettkämpfen fischte die erfahrene Schwimmerin zwei Gold- (100 m Schmetterling, 200 m Lagen), eine Silber- (50 m Brust) sowie drei Bronzemedaillen( 50 m Schmetterling, 50+100 m Rücken) aus dem Becken. Die Finalteilnahme auf 100 m Schmetterling rundete, neben weiteren Top-Ten-Platzierungen, ihre bemerkenswerten Leistungen eindrucksvoll ab.

Das Nachwuchstalent Leni Poerschke (2008) startete im Jahrgang 2008. Sie korrigierte in ihren sechs Starts fast durchweg Bestzeiten und schmetterte zielstrebig auf Platz zwei im Wettstreit 50 m Schmetterling (0:32,66). Damit sicherte auch sie sich das Ticket für die Wettkämpfe in Berlin.

Die jüngere Vereinskollegin Lotta Bleich (2009) sammelte ebenso fleißig Bestzeiten und sprintete auf Platz drei in den Wettkämpfen 50 m Freistil +50 m Rücken. Lotta etablierte sich in den folgenden vier Wettkämpfen weiter unter Top 4-6. Marit Reckmann absolvierte ihre Wettkämpfe in einem sehr starken Jahrgang 2004. Die Sprinterin unterbot ihre noch jungen Bestzeiten kontinuierlich, verfehlte jedoch immer hauchdünn das Podest. Dabei errang sie neben Top-Platzierungen ebenfalls weitere Qualifikationszeiten für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Mai diesen Jahres, Marit wird Celle dann gleich insgesamt für mindestens drei Strecken (50+ 100 m Freistil, 50 m Schmetterling) vertreten.

Andre Corvin, Larissa Eller, Lilly Marie Frommer, Carolin Grüne, Carla Anthea Keßler, Tilda Maecker, Lena Müller, Sina Luzia Schaper, Fabian Schreiber, Maria Tsilimigkra und Mariella Wemdzio unterstützen ebenso das Team vom Celler SC und landeten gute Platzierungen und Qualifikationszeiten. „Klasse Leistungen, jetzt können wir verstärkt individuell trainieren und uns auf das Trainingslager und auf die anstehenden Wettkämpfe vorbereiten“, resümiert das Trainerteam Detlef Heidenreich und Sebastian Brandt überaus zufrieden. 

Vom SV Nienhagen nahmen sieben Schwimmerinnen am Piranha-Meeting teil. Marlene Werner (Jg. 2007) konnte bei ihren vier Starts über die Freistildistanzen mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze einen gesamten Medaillensatz gewinnen. Dabei konnte sie über alle Strecken ihre Bestzeiten verbessern und ihre Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in Berlin sichern bzw. bestätigen. Über die 100m Freistil konnte sie sich außerdem für den Endlauf der Jg. 2006 und jünger qualifizieren, in dem sie dann ihre Bestzeit auf 1:02,52 drückte, aber nur undankbare Vierte wurde.

Auch Benita Grohmann (Jg. 2003) konnte einen kompletten Medaillensatz erschwimmen, mit dem ersten Platz über die 200m Lagen in 2:29,47 und dem zweiten Platz über 200m Brust, womit sie sich sicher für die Norddeutschen Meisterschaften Anfang Mai qualifizierte. Dies gelang auch Finja Eller (Jg. 2005), die über alle Strecken ihre Bestzeiten verbesserte und sich so über die Freistilstrecken für die Norddeutschen Meisterschaften qualifizierte. Dabei gelang es ihr, viermal die Silbermedaille zu gewinnen, darunter die 200m Freistil in 2:15,15 und die 400m Freistil in 4:44,90.

Carina-Joelle Rumpel (Jg. 2004) startete über die Brust- und Rückendistanzen und konnte mit zwei Bronzerängen über 200m Rücken und 200m Brust ihre gute Frühform in Edelmetall umsetzen. Charlotte Werner (Jg. 2005) konnte ebenfalls bei vier Starts vier Bestzeiten erschwimmen und sich über die 50m- und 100m-Bruststrecken die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften sichern. In der Jahrgangswertung schwamm sie dabei mit jeweils dem vierten Platz knapp am Podest vorbei. Auch Swantje Keunecke (Jg. 2005) verbesserte ihre bisherigen Zeiten deutlich und setze insbesondere über die Rückenstrecken ein Ausrufezeichen im vorderen Mittelfeld des starken Teilnehmerfeldes. 

Als jüngste Starterin des SV Nienhagen schaffte Luise Werner (Jg. 2010) das Kunststück, bei allen ihrer fünf Starts auf das Podest zu schwimmen. Ihr größter Erfolg war der Gewinn der Goldmedaille über die 200m Freistil, bei denen sie ihre bisherige Bestzeit furios auf 2:54,19 verbesserte und ihre Konkurrenz auf Distanz halten konnte. Bei ihren anderen vier Starts konnte sie jeweils die Bronzemedaille erringen, über die 50m Schmetterling denkbar knapp hinter der Zweitplatzierten mit 3/100 Sekunden Rückstand.