Pläne für neue Baugebiete in Müden und Faßberg

Politik Von Susanne Zaulick | am Do., 22.04.2021 - 14:55

FASSBERG. Wo sollen in Faßberg und Müden die nächsten Neubaugebiete entstehen? Über diese Frage informierte im Rahmen der Bauausschusssitzung der Gemeinde am Dienstag der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Stephan Fähndrich. Da die bestehenden Baugebiete nahezu komplett bebaut bzw. die Grundstücke verkauft sind, ist die Gemeinde schon seit Längerem auf der Suche nach neuem Bauland.

Ins Visier genommen wurden zuletzt die Sportplätze in Faßberg und Müden. Während in Faßberg die Planungen hier für  einen Teilbereich (15 Bauplätze) sowie einige Grundstücke an der Pappelallee angelaufen sind, haben sich die Pläne für den Sportplatz am Müdener Wiesenweg vorerst zerschlagen. „Hier gibt es Bindungsfristen“, erläuterte Fähndrich. Eine derzeit geltende vertragliche Sperre würde zu hohen Ausgleichszahlungen führen wenn das Gelände vor Ablauf des Vertrages seinem bisherigen Nutzungszweck entzogen würde. Längerfristig bleibe aber das Ziel, den Sportplatz in Bauland zu verwandeln – allerdings nur dann, wenn sich ein Ersatzareal für die Sportler bzw. die Nutzung durch die Grundschule findet.

Zeitnäher möglich werden könnte laut Fähndrich für Müden ein Neubaugebiet am Ortsausgang Richtung Poitzen westlich der L240. Hier habe sich zwar die Anfrage eines potentiellen Investors beim Eigentümer der Fläche zunächst zerschlagen, „aber der nächste steht vor der Tür“. In diesem Zuge rückt auch wieder das „Orthutsfeld“ östlich der L 240 in den Blick, dessen Planung als Baugebiet 2019 schon recht weiter vorangeschritten war. Der Bauausschuss hatte damals in einer nicht öffentlichen Sitzung den Planungsprozess gestoppt. Ein aktuelles Gutachten zum Einzelhandel für die Gemeinde Faßberg lege nahe, dass von einem Baugebiet dort zu viel Kaufkraft Richtung Munster abfließen könnte, hieß es damals zur Begründung. Das gilt jetzt offenbar nicht mehr. „Eine beidseitige Entwicklung bietet möglicherweise Chancen. Der Erschließungsaufwand sinkt“, erklärte Stephan Fähndrich im Ausschuss den neuen Anlauf. 

Auf Nachfrage von CELLEHEUTE, warum ein Neubaugebiet am Orthutsfeld erst "gecancelt" wurde und jetzt doch wieder beplant werden könnte, teilt die Verwaltung heute mit: "Das Baugebiet Orthutsfeld wurde seinerzeit nicht weiterverfolgt, weil es ein möglicherweise geeigneteres Gebiet gegeben hat, und zwar einerseits mit Blick auf Aussagen der Gutachter bezüglich zu erwartender Verkehrsströme zu den Einzelhandelsstandorten im eigenen Gemeindegebiet sowie im Gebiet der Nachbargemeinden in Abhängigkeit von der Lage der Baugebiete als auch andererseits bezüglich gemeindlicher Entwicklungsziele. Hiermit verbunden war nicht die Aussage, dass der Bereich am Orthutsfeld gänzlich ungeeignet sei. Da die Alternativflächen nun aber auch nicht verfügbar sind und jetzt auch eine mögliche Nutzungsoption für die gegenüberliegenden Flächen am Sonnenberg besteht, muss folgerichtig über die Weiterverfolgung der Planungsabsichten an dieser Stelle des Gemeindegebietes nachgedacht werden."

Am Müdener Haußelbergweg gibt es ein kleineres Areal, das bereits jetzt alle rechtlichen Gegebenheiten für eine Bebauung bietet. Nördlich des Freeswinkels könnte aus Sicht der Gemeinde noch ein Bebauungsplan aufgestellt werden und den Ortsrand östlich des Gewerbegebiets „Am Jetthorn“ hat man ebenfalls als mögliches Bauland im Visier. Aus dem Rennen ist die Fläche am Ortsausgang Richtung Unterlüß, da sie nicht zur Verfügung stehe.

Um in Müden zeitnah eine „Nachverdichtung“ der Bebauung zu ermöglichen, wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans „Am Sägewerk“ im beschleunigten Verfahren im Ausschuss einstimmig empfohlen. Der B-Plan umfasst Grundstücke im Bereich Am Gehäge, Am Sägewerk, Hermannsburger Straße und Heuweg und soll ein Mischgebiet beinhalten. Mit einem  vorhabenbezogenen Bebauungsplan für ein Grundstück an der Schulstraße hat der Ausschuss zudem mit einer Enthaltung grünes Licht gegeben für ein Neubauprojekt „barrierearmes Wohnen“ mit ca. zehn Wohneinheiten. Die VEP-Ansicht des Architekturbüros BothmerHübner zeigt den Bau, wie er in der Schulstraße 4 geplant ist (s. unten).

Bürgermeister Frank Bröhl informierte im Verlauf der Sitzung auch über den Planungsstand für den Neubau der Grundschule Faßberg. Die Ausschreibung für ein Planungsbüro, das die Detailplanungen übernimmt, sollen zeitnah stattfinden. Derzeit beschäftige man sich in einer Planungsgruppe, an der auch die Lehrkräfte beteiligt seien, mit Fragen zur genauen Lage des Gebäudes, Straßenführung, Zugängen und Ähnlichem. Der Kauf der Härtlingschule stehe kurz vor dem Abschluss. Vor dem Abriss der Schule, die zuvor noch von Schadstoffen befreit werden muss, soll es noch eine „Begehungsmöglichkeit“ für die Öffentlichkeit geben. 


 

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