Politiker stehen Touristikern Rede und Antwort

Wirtschaft Von Redaktion | am Fr., 12.08.2016 - 18:28

CELLE. Auf Einladung des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK) diskutierten am Mittwoch, dem 10. August 2016, beim jährlich stattfindenden Tourismusparlament, der gemeinsamen Sitzung der Tourismusausschüsse der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern, die Unternehmer mit den vier tourismuspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen die brennendsten Fragen zur Tourismuspolitik in Niedersachsen: Welchen Stellenwert nimmt der Tourismus in Niedersachsen ein? Wie sehen die Vorstellungen der Parteien für die zukünftige Entwicklung des niedersächsischen Tourismus aus? Und welche Antworten haben die Politiker auf die Anliegen, die bei der Tourismuswirtschaft derzeit im Fokus stehen?

Sabine Tippelt (SPD), Maaret Westphely (Bündnis 90/Die Grünen), Axel Miesner (CDU) und Gabriela König (FDP) bekräftigten zum Auftakt die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Land. Als größte Herausforderung für ihre Arbeit und damit für die Entwicklung des Tourismus in Niedersachsen sahen die anwesenden Unternehmer eine immer stärkere Bürokratisierung der Branche. Insbesondere die Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn und Arbeitszeitgesetz, die Anerkennung von Bio-Zertifizierungen und -Siegeln, das eventuell drohende Hygienebarometer und die Bettensteuer bereiten den Tourismus-Betrieben Kopfzerbrechen bei der praktischen Umsetzung.

Hinzu kämen die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Fachkräften. „Wenn wir den Tourismus im Land – vor allem auch in der Fläche – voranbringen wollen, dann müssen wir das auch handhabbar machen und nicht durch zu viel Bürokratie eine ganze Branche lähmen“, betonte Martin Exner, tourismuspolitischer Sprecher des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages. Ein weiteres Augenmerk lag auf der Konkurrenzfähigkeit der Regionen: Um touristische Angebote weiterhin attraktiv zu halten, müssten die Fördermöglichkeiten gestärkt werden. Eine weitere Forderung der Teilnehmer war, die Förderkulisse an die Bedürfnisse der Branche anzupassen, die von kleinen und mittleren Betrieben – oftmals in Familienhand – geprägt ist.

Kurz vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen bot das Tourismusparlament ein Forum, um den Austausch zwischen den Unternehmern und der Politik zu fördern sowie politische Entscheidungen zu hinterfragen. „Eine Win-Win-Situation“, urteilte Martin Exner, „Die Politiker hatten die Möglichkeit zu erläutern, warum sie Entscheidungen so getroffen haben, wie sie sie getroffen haben. Und die Wirtschaft hatte die Möglichkeit, Themen aufzuzeigen, bei denen sie sich ein Tätigwerden wünscht und Forderungen an die Politik zu formulieren“.