CELLE. Um politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland geht es im Vortrag mit anschließender Diskussion mit dem Referenten Werner Rahders. Unter dem Titel „’Vergessene‘ Geschichte: Berufsverbote“ spricht Rahders am Montag, 12.  November 2018 um 19.00 Uhr in „das Büro“ in Celle, Neustadt 52 auf Einladung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschst*innen Kreisvereinigung Celle.

Ausgehend vom eigenen Schicksal als vom Berufsverbot Betroffener schildert Rahders die gesellschaftlichen Verhältnisse am Ende der 60er Jahre: „Politiker, Juristen, Polizei und Geheimdienste suchten nach Lösungen, wie die zunehmende Unruhe und Massenproteste an Universitäten und in Betrieben eingedämmt werden könnten. Eine 1971 eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe sollte erarbeiten, wie linke Kritiker aus dem Staatsdienst ferngehalten und wie die Maßnahmen auf breiter Ebene einschüchtern und abschrecken könnten. Mit dem so genannten Radikalenerlass der Ministerpräsidenten der Länder vom 28. Januar 1972 leitete dann der bundesdeutsche Staatsapparat die umfassende politische Überprüfung von Personen und Bewerbern im und für den Öffentlichen Dienst ein. Etwa 3,5 Millionen Personen wurden politisch überprüft. Mehr als 10000 Berufsverbotsverfahren wurden eingeleitet.  Einschüchterung, Selbstzensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit auf breiter Ebene waren die Konsequenzen dieser Politik, die bis heute nachwirkt“, so Rahders, der auch die Haltung der Gewerkschaften zum „Radikalenerlass“ in jenen Jahren darstellt.



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