Mit Aktionen und Videos: eFuels Forum wirbt für Alternativen zum Verbrenner
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- 23. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
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CELLE. Kompliziert, ineffizient und teuer: Zu eFuels gibt es nach wie vor viele Vorurteile. Während großes Einverständnis darüber herrscht, dass die Energiewende im Flug- und Schiffsverkehr ohne eFuels schwer umsetzbar ist, gehen die Meinungen beim Einsatz für Pkw und Lkw auseinander. Ein großer Verfechter ist der Celler Mark Jorczyk: „Nicht der Verbrennungsmotor ist das Problem, sondern der eingesetzte Kraftstoff. Wir sind für einen Energiemix“, betont der Geschäftsführer von Jorczyk Energie. „Wir werden es weltweit nicht überall schaffen, zu elektrifizieren. Wir suchen für den Verbrenner-Bestand eine Lösung.“
Über 50 Mitglieder im E-Fuels Forum
Seit zehn Jahren beschäftigt sich Mark Jorczyk mit eFuels, informiert und wirbt, um das Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Sei es über einen eigenen Bereich auf der Homepage, Social Media oder die Gründung des eFuels Forum vor dreieinhalb Jahren, das mittlerweile über 50 Mitglieder zählt. CelleHeute trifft Mark Jorczyk am Rande eines Videodrehs. Für das eFuels Forum hat sich das Team, federführend um Hannes Lange, etwas Besonderes ausgedacht: eine Fahrstunde mit synthetischen Kraftstoffen. Ein Motorrad wurde mit eFuels als eBenzin betankt, ein Lkw fuhr mit HVO 100.

eFuels teilt viele Eigenschaften mit fossilem Kraftstoff (flüssig, brennbar, hohe Energiedichte). Je nach dem wieviel Kraftstoff man dem beimischt, desto mehr CO2 kann eingespart werden. Zeitgleich könnte man mit eFuels bestehende Infrastrukturen wie die rund 14.500 Tankstellen allein in Deutschland weiterhin nutzen. In einem Großteil der Tankstellen kann man bereits den KlimaDiesel HV100 tanken. Hannes Lange vom eFuels Forum geht davon aus, dass zum Ende des Jahrzehnts auch eFuels getankt werden kann.
"Viel sinnvoller ist es eFuels im Ausland zu produzieren, wo man eine deutlich höhere Energieausbeute hat."
Derzeit wird eFuels vorwiegend in kleinen Mengen produziert, was eine genaue Preisschätzung für die industrielle Produktion erschwert. Eine Möglichkeit den Preis für den Verbraucher zu senken: eine CO2-basierte Besteuerung anstelle der Energiesteuer. Hauptkritikpunkt ist von Kritikern die niedrige Effizienz, da ihre Herstellung viel Energie verbraucht. Hannes Lange hält dagegen: "Der Irrtum ist darauf zurückzuführen, dass man davon ausgeht, dass eFuels in Deutschland hergestellt wird. Viel sinnvoller ist es allerdings das im Ausland zu produzieren, wo man eine deutlich höhere Energieausbeute hat." Zur Herstellung von eFuels könnte man dann zum Großteil erneuerbare Energien verwenden.

Björn Michaelis, Geschäftsführer der gleichnamigen Fahrschule, unternimmt an diesem Tag eine kurze Spritztour mit dem Fahrschüler Max. Schon jetzt tankt Michaelis mit allen Fahrschulautos HVO 100. „Die Daten haben mich überzeugt und wenn man etwas macht: Dann richtig“, sagt Björn Michaelis.
„Die Daten haben mich überzeugt und wenn man etwas macht: Dann richtig.“
Ein halbes Jahr möchte er das ausprobieren. „Umweltschutz ist eine tolle Sache: Jeder möchte doch sauberes Wasser, saubere Luft haben und dafür muss man eben auch etwas tun.“ Von E-Autos ist Björn Michaelis hingegen nach einer Testphase wieder abgerückt. Die aktuelle Reichweite ist nicht für den Fahrschulbetrieb geeignet, mit der Kilometerleistung käme man nicht mal einen Tag aus.

Andreas Wille, Geschäftsführer von JC&B Celle, ist hingegen auch ein Befürworter von der E-Mobilität, verkauft auch E-Motorräder. „Motorradfahrer spaltet das Thema E-Mobilität noch mehr als Autofahrer. 99 Prozent halten davon erst einmal nichts – bis sie ein E-Motorrad gefahren sind“, so seine Einschätzung. Wer sich nicht überzeugen lässt oder die Anschaffungskosten und Reichweite abschreckt, für den sei ein mit eFuels betanktes Motorrad dann die perfekte Alternative.
CLASSIC Tankstelle verkauft Klimadiesel HVO100
Obwohl es in der Verkehrsbranche noch Unsicherheiten gibt, geht Mark Jorczyk entschlossen voran. Seit August bietet er in seiner CLASSIC Tankstellen in Hambühren Klimadiesel HVO100 an – ein Kraftstoff mit „bis zu 90 Prozent geringerer CO2-Emission“. Derzeit sponsert Jorczyk Energie das Projekt selbst und erzielt dabei keinen Gewinn. Warum? Weil nur durchs Machen ein Umdenken stattfinden kann, so Marc Jorczyk. „Eigentlich sind wir ja Händler. Vor fünf Jahren haben wir dann aber gedacht: Wenn vom Konzern nichts kommt, dann müssen wir das eben tun.“