
CELLE/STUTTGART. Laut einem Medienbericht haben eine oder mehrere unbekannte Personen einen Wolf in Celle erschossen. Am Freitag, dem 28. März, hatten Anwohnende das tote Tier in der Aller entdeckt. Neben einer Schusswunde stellten die hinzugezogenen Beamten fest, dass der etwa 35 Kilogramm schweren Wölfin einer der Fangzähne fehlte. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Auch der Landkreis Celle und das zuständige Wolfsbüro wurden hinzugezogen.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich entweder bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Die Wölfin muss unvorstellbare Qualen erlitten haben. Wir möchten helfen, schnellstmöglich aufzuklären, wer das Tier so grausam getötet hat. Offenbar sollte mit der ‚Entsorgung‘ im Fluss ein öffentliches Zeichen gesetzt werden, sonst wäre das getötete Tier vergraben worden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Lebewesen verletzt werden. PETA fordert harte Strafen für Tierquäler, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Wer wehrlose Tiere quält, schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“
Hintergrundinformationen
Nachdem Jäger Wölfe erstmals ausgerottet hatten, dauerte es über 100 Jahre, bis sie sich wieder in Deutschland ansiedelten. 1850 verloren sich die letzten Hinweise auf Wolfsrudel, 1904 wurde der letzte verbliebene Wolf in Sachsen erschossen. Seit 2000 ist der Wolf wieder in Deutschland ansässig, nicht zuletzt wegen der seit 1990 bestehenden, strengen Schutzmaßnahmen. Mittlerweile leben hierzulande 209 Wolfsrudel. Die scheuen und sehr sozialen Tiere haben dank Aufklärungsarbeit und ihrer wichtigen Rolle im Ökosystem inzwischen ein gutes Image. [1] Norwegische Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass gesunde Wölfe gewöhnlich keine Gefahr für Menschen darstellen. [2] Um neugierige Tiere auf Abstand zu halten, empfiehlt sich lautes Klatschen und Rufen.
Beutegreifer wie Wölfe, Füchse und Marder werden von weiten Teilen der Jägerschaft als Konkurrenz angesehen und verfolgt. Für Landwirte wiederum bedeuten Schutzmaßnahmen zusätzliche Kosten oder Mühen – und mit gerissenen Tieren, die andernfalls gewaltsam im Schlachthaus getötet worden wären, lässt sich kein Gewinn mehr machen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.
Text: PETA