Wechsel in der Forstamtsleitung in Unterlüß – Ruhestand nach 47,5 Jahren im Dienst des Waldes
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UNTERLÜSS. Georg Deeken verlässt nach über 40 Jahren die Niedersächsischen Landesforsten und wechselt in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Betriebsdezernent im Forstamt Unterlüß wird Carsten Jahns.
Georg Deeken wuchs in Hankensbüttel in einer Familie auf, die tief mit der Holz- und Forstwirtschaft verbunden war. Sein Vater hatte Zimmerei und Sägewerk im Ort, in dem die Söhne stets mit anpackten. Der Wald spielte eine zentrale Rolle im Familienleben der Deekens und durch jagdliches und ehrenamtliches Engagement des Vaters entstand früh eine enge Verbindung zur Natur.
Bereits in der Schulzeit vertiefte sich Georg Deekens Interesse an der Wald- und Forstwirtschaft. Viele Schulkameraden stammten aus Försterfamilien und über Waldjugend und Pfadfinderei gab es gemeinsame Aktionen in den Wäldern, die er später beruflich begleiten durfte. Die Wiederaufforstung der durch den Sturm von 1972 verwüsteten Waldflächen prägten seine forstliche Laufbahn nachhaltig. „Der Wald war für uns nicht nur ein Lebensraum, sondern auch ein Ort der Verantwortung und Gemeinschaft“, erinnert sich Deeken.

1975 begann er seine forstliche Ausbildung im „Gründungsjahrgang“ der Fachoberschule Forst an der Georgsanstalt in Ebstorf. Es folgten Wehrdienst und 1980 das Studium der Forstwirtschaft an der Fachhochschule Göttingen mit dem Abschluss als Diplomingenieur-Forst.
Das Thema Waldsterben war seinerzeit allgegenwärtig und Deeken und seine Kommilitonen beteiligten sich intensiv an der Aufklärung der Öffentlichkeit. Zeitgleich absolvierte er seinen Vorbereitungsdienst im damaligen Forstamt Schöningen (heute Wolfenbüttel) und trat danach in die Niedersächsische Landesforstverwaltung ein. Dort durchlief er verschiedene Stationen – zunächst als Vertretung in Danndorf, später an der Bezirksregierung Braunschweig, im Sachgebiet Jagd- und Forstrecht sowie Förderung des Privatwaldes.
1990 erfüllte sich ein lang gehegter Traum: Georg Deeken übernahm die Leitung der Revierförsterei Grasleben im Forstamt Lappwald. Doch nach fünf Jahren folgte eine neue Herausforderung – er wechselte in die Waldökologie und den Naturschutz, übernahm öffentliche Belange und blieb weitere fünf Jahre in dieser Funktion. Schließlich kehrte er 2001 als Betriebsdezernent und stellvertretender Forstamtsleiter im damaligen Forstamt Knesebeck in das Isenhagener Land zurück.
Neben seinen forstlichen Aufgaben spielten zahlreiche Ehrenämter in Jagd und Naturschutz und insbesondere die Personalratsarbeit eine bedeutende Rolle in seinem Berufsleben. Sein Engagement für berufs- und umweltpolitische Themen führte ihn für 15 Jahre als stellvertretenden Vorsitzenden in den Hauptpersonalrat der Landesforstverwaltung nach Hannover bzw. später nach Braunschweig. „Die Mitgestaltung „meiner“ Forstverwaltung war für mich nicht nur eine Aufgabe, ein Ehrenamt, sondern eine Herzensangelegenheit“, betont Deeken.
Mit der Gründung der Niedersächsischen Landesforsten wechselte er zum 1. Januar 2005 ins Forstamt Unterlüß, wo er 14 Jahre lang als Verwaltungsdezernent tätig war. Hier gestaltete er maßgeblich die Entwicklung der Landesforsten, insbesondere in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Liegenschaftsverwaltung und Beratung der Waldbehörde.
2019 boten Personalveränderungen die Chance, als Betriebsdezernent im Forstamt Unterlüß erneut näher an die forstliche Praxis zu gelangen und die Verantwortung für jagdliche Angelegenheiten sowie den Forstbetrieb zu übernehmen. Nach über 40 Jahren im Forstdienst mit dankbarem Blick auf ein erfülltes berufliches Leben mit reichen menschlichen Begegnungen wird er am 1. April 2025 in den Ruhestand treten – mit Vorfreude und Neugier auf das, was kommt.
Text: NLF