HANNOVER. Das Projekt „Hochgenaue 3D-Daten für ganz Niedersachsen“ ist abgeschlossen. Insgesamt drei Millionen Euro hat das Land Niedersachsen dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) für die Umsetzung zur Verfügung gestellt. Zu den Zielen des Projektes teilt das Landesamt mit:

„Zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger lassen sich jetzt für jeden Winkel präzise Analysen und Simulationen von Schadstoff-, Hochwasser- und Lärmausbreitungen erstellen. Profitieren werden auch die regenerativen Energien und der Netzausbau durch hochgenaue Daten für die Standortplanung. Nur für die ostfriesischen Inseln stehen noch letzte Restarbeiten an.

Zur Bereitstellung der präzisen 3D-Daten wurde ein Laserscanningverfahren eingesetzt. Dabei senden Laserscanner aus Spezialflugzeugen in einer Höhe von etwa 600 Metern Laserimpulse, die von der Erdoberfläche zurückreflektiert werden. Durch die Messung der benötigten Zeit, die ein Impuls vom Scanner zum Boden und zurück benötigt, lässt sich die Höhe des Geländes am Reflexionspunkt berechnen. Von 2015 bis 2017 wurden auf diese Weise insgesamt über 600 Milliarden Höhenpunkte für die knapp 48.000 Quadratkilometer große Fläche Niedersachsens erfasst.

Neben den reinen Höheninformationen werden alle Laserpunkte in Kategorien eingeteilt. Vereinfacht beschrieben bilden Bodenpunkte das Gelände ab, Gewässerpunkte alle Wasserflächen und die sogenannten Nichtbodenpunkte alle Gebäude und die Vegetation. Durch unterschiedliche Ableitungen entstehen aus den 3D-Daten beispielsweise ein digitales Geländemodell (DGM), ein digitales Oberflächenmodell (DOM) und die 3D-Gebäudemodelle. Beim Geländemodell wird die natürliche Erdoberfläche ohne Vegetation und Gebäude gezeigt. Dadurch werden Strukturen erkennbar, die bisher in Luftbildern durch die Vegetation verdeckt waren. Das ist besonders spannend in der Archäologie und für die Kampfmittelbeseitigung.

Das Oberflächenmodell spiegelt die Realität mit Gebäuden und Vegetation wieder. Dieses Modell wird genau wie die 3D-Gebäudemodelle zum Beispiel für Simulationen von Schadstoff-, Hochwasser- und Lärmausbreitungen gebraucht. Benötigt werden die 3D-Daten auch für die Stadt- und Raumplanung, bei der Navigation und in der Telekommunikation. Natur- und Küstenschutz profitieren ebenso wie Forst- und Landwirtschaft von den hochaufgelösten Höhendaten. Spannende Anwendungsmöglichkeiten sind außerdem realistischere Fahrsimulationen für die Ausbildung bei der Polizei und Rettungsdiensten, schöne 3D-Daten für die Immobilienbranche, virtuelle Tourenplanungen im Tourismus und vieles mehr.

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