CELLE. Am Donnerstag, den 4. Oktober, 20 Uhr, hat die Produktion „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran / Aufstand“ nach den gleichnamigen Texten von Éric-Emmanuel Schmitt und Mely Kiyak im Malersaal des Schlosstheaters Premiere. Zwei Texte für das Theater, zwei Biographien, zwei Generationen und zwei Gedankenwelten gehen auf der Bühne eine spannungsvolle Beziehung ein. Hier die lebenskluge Erzählung des französischen Erfolgsautors Éric-Emmanuel Schmitt. Dort der wütende Monolog der couragierten Journalistin und Autorin Mely Kiyak.

Gestaltet wird der Theaterabend von dem gebürtigen Schweizer Johann Schibli, Ensemblemitglied am Schlosstheater, und dem Syrer Mohamed Alahmad, der seit Kurzem als Flüchtling in Deutschland anerkannt ist. Sie begegnen sich in den Rollen eines französischen Schauspielers und eines syrischen Regisseurs, die gemeinsam um eine politische Haltung im Kurdenkonflikt ringen. Der Regisseur will – vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrung – eine unmissverständliche Stellungnahme. Kunst ist in seinen Augen der Wahrheit verpflichtet. Und seine Wahrheit spiegelt das Stück „Aufstand“, das er mit dem Schauspieler einstudieren will. Dieser jedoch verweigert sich. Ihm ist der Text zu radikal, zu einseitig gegen die türkische Regierung, zu unversöhnlich. Mit der Geschichte von „Monsieur Ibrahim“ argumentiert er gegen Gewalt – und verkennt damit den existentiellen Konflikt seines Gegenübers.

Gibt es einen Weg, der den sogenannten „Kurdenkonflikt“ zurückführt in den Dialog? Ist das jeweilige Anliegen auf einer Theater-Bühne überhaupt vermittelbar? Ein Abend (Inszenierung: Hussam Nimr), der politisches Theater im doppelten Sinne ist: Er öffnet den Blick für die Situation der Kurden und er fordert zum Gespräch über das vermeintlich „Richtige“ heraus.

Termine: 04., 10., 11., 21., 26., 27. Oktober; 08., 10., 11. 13. 14. 27. November, 15. Dezember.



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