CELLE. Das Schlosstheater lädt im Februar zu zwei Premieren, in denen es jeweils um Geld, Glück und Aufstieg geht: In Halle 19 bietet „Zeit der Kannibalen“ eine kammerspielartige Kapitalismus-Farce und auf der Bühne im Schlosstheater wird es mit „My fair lady“ musikalisch und charmant.

„Zeit der Kannibalen“ – Premiere am Samstag, 01.02.2019, 20:00 Uhr in Halle 19
nach dem gleichnamigen Drehbuch von Stefan Weigl, für die Bühne bearbeitet von Johannes Naber
Von der Welt wissen sie nichts, von den Optimierungstools ihrer Company umso mehr: Die erfolgreiche Kapitalismus-Farce um ein Team ehrgeiziger Unternehmensberater jetzt auch auf der Bühne

Let’s make money! Öllers und Niederländer sind ein schlagkräftiges Duo. Für eine Consultingfirma jetten sie um die Welt – immer auf der Suche nach dem größtmöglichen Profit. Dabei haben sie neben den Kundeninteressen auch die eigene Karriere fest im Blick. Und plötzlich eröffnet sich die Aufstiegschance. Nur ist es zum Missfallen der Männer ausgerechnet die Kollegin Bianca Merz, die dabei ein entscheidendes Wort mitzureden hat. Im Auftrag des Unternehmens soll sie die beiden Aspiranten begutachten. Entsprechend angespannt ist zunächst die Stimmung. Doch dann überschlagen sich die Nachrichten aus der Zentrale und ungeahnte Chancen tun sich auf. Statt diese nüchtern zu kalkulieren, packt Öllers und Niederländer die Gier.

„Zeit der Kannibalen“ erzählt von einer Berufsgruppe, die nicht den besten Ruf genießt – obwohl sie doch mit allen Mitteln unseren Wohlstand verteidigt. Das Stück zeigt den menschlichen Preis, den sie hierfür zahlen.

Mit: Anne Diemer; Alex Friedland, Hussam Nimr | Regie: Carolin Millner | Bühne und Kostüm: Maylin Habig| Dramaturgie: Matthias Schubert

„My fair lady“ – Premiere am Freitag,  08.02.2019, 20:00 Uhr Schlosstheater
nach Bernhard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal; Buch von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe; ins Deutsche übersetzt von Robert Gilbert
Richtig sprechen und gut benehmen – schon ist der soziale Aufstieg perfekt. Der Musical-Klassiker bringt das bürgerliche Wunschbild humorvoll in Schieflage.

Sie benutzen ähnliche Wörter, dieselbe Sprache sprechen sie nicht. Während der Philologe Henry Higgins nach dem perfekten Ausdruck strebt, redet die zugewanderte Eliza wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Hinter beiden Haltungen stehen klare Gesellschaftsbilder. Der Professor knüpft die sprachliche Diktion an einen Status, Eliza geht es allein um Verständigung. Ihren derben, direkten Ton betrachtet Higgins als eine Herausforderung. Ihr provokantes Auftreten nicht minder. Gleichzeitig erkennt er Elizas Aufstiegswillen. Also schließt er mit dem Kollegen Pickering eine Wette: Innerhalb von sechs Monaten will er aus dem resoluten Blumenmädchen eine salonfähige junge Dame machen, die sich förmlich zu geben weiß und nicht länger über ihren Ethnolekt stolpert. Das Experiment gelingt, doch wirklich wohl fühlt sich mit der Verwandlung am Ende niemand. Zu weit liegen die urbanen Welten auseinander, zu prägend wirken die sozialen Erfahrungen als dass sie mit einem Laborversuch aufzuheben wären. „My fair lady“, die Musicaladaption von Bernard Shaws Stück „Pygmalion“, nimmt die Beschränkungen und Borniertheiten einer Klassengesellschaft spielerisch aufs Korn. Die Celler Inszenierung stellt das Traumspiel aus dem London des frühen zwanzigsten Jahrhunderts in einen heutigen Rahmen. Die musikalische Leitung hat der Celler Musiker Moritz Aring. Als Eliza zu erleben ist Tiana Kruškić.

Mit: Tiana Kruškić, Johanna Marx, Verena Saake, Marie Sophie Schmidt; Dirk Böther, Gintas Jocius, Pascal Andrea Vogler, Thomas Wenzel | Musiker: Marvin Zimmermann, Jan Frederik Schmidt, Anthony D. Williams, Erik Mrotzek, Marcus Lewyn | Regie: Andreas Döring | Bühne und Kostüme: Sabina Moncys | Musikalische Leitung: Moritz Aring | Dramaturgie: Matthias Schubert

EXTRAS:

10.02., 17:00 Uhr, Schlosstheater: Jürgen Kaczmarek: Die Celler Jahre. Eine Begegnung

23.02., 19:00 Uhr, HALLE 19: Soul Almanya mit kulinarischem Nachgespräch „Kennen wir uns“

26.02., 20:00 Uhr HALLE 19: Kein schönes Land in dieser Zeit  (nach Mehmet Gürcan Daimagüler; im Anschluss Nachgespräch)

Außerdem auf den Bühnen des Schlosstheaters: Tod eines Handlungsreisenden (von Arthur Miller), Soul Almanya (UA) – transkulturelle Komödie mit Live-Musik,  Alles was sie wollen (von Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte), Husbands and wives (Komödie von Woody Allen; letztmals am 2.2.), Kabale und Liebe (von Friedrich Schiller), Das kunstseidene Mädchen (von Irmgard Keun drei Zusatzvorstellungen im Februar am 2., 8., und 13.2.), Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran / Aufstand (22., & 28.2.), An der Arche um acht (für alle ab 5 Jahren) und für alle ab 4 Jahren: Rotkäppchen und die blöde Angst.





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