CELLE. „Pro-Cramer“ – Eine Initiative in der Blumlage gibt nicht auf und hofft, mit einer Unterschriftensammlung den Celler Rat doch noch umstimmen zu können. 170 „Likes“ hat die Gruppe auf Facebook, aber zum offiziellen Treffen in der „Alten Molkerei“ fanden sich ganze sieben und außer CelleHeute kein weiterer Pressevertreter trotz persönlicher Einladung – obwohl die Investoren Jürgen und Sebastian Cramer eigens nach Celle reisten, um Interessierten Auskunft zu geben.

Ihre Kritik richtet sich im Wesentlichen nicht, wie in anderen Medien suggeriert, gegen Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, sondern in der nachweislich schleppenden Bearbeitung seitens Stadtbaurat Ulrich Kinder. Letztlich habe man seit Anfang des Jahres gar keinen Kontakt mehr zu ihm aufbauen und damit das Projekt voranbringen können.

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Familie Cramer gesteht, dass auch sie den ein oder anderen Punkt schneller hätten bearbeiten können – aber in nunmehr fünf Jahren Bearbeitungszeit habe sich das ein oder andere Problem aufgetan, darunter z. B. ein Wechsel der Planungsbüros. Noch einmal führten sie aus, dass ein Lebensmittelmarkt an der geplanten Stelle Wehlstraße, Ecke 77er-Straße keine Kaufkraft aus der Innenstadt zöge. Im Gegenteil würde der bevorstehende Penny-Markt in der Alten Feuerwehrwache voraussichtlich zu einem Aus des gemeinsam mit Lobetal betriebenen Frische-Marktes in der Bergstraße führen. „Alle Mitarbeiter dort sind sehr bemüht und das Angebot stimmt, aber schon heute ist das ein schwieriger Standort“, ist Jürgen Cramer überzeugt. Mit Penny in direkter Nachbarschaft werde es nicht einfacher.

Im städtischen Bauausschuss kam es zu einem überraschenden Patt. AfD-Ratsherr Daniel Biermann hatte sich „aus persönlichen Gründen“ der Stimme enthalten. Ratsherr Stephan Ohl von den Grünen geht nicht davon aus, dass er am kommenden Dienstag genügend Mitstreiter für den Bau des 25 Mio teuren E-Centers findet – 10 Mio Euro mehr, als Verwaltung und Politik bisher angegeben hatten. Auch diverse andere Zahlen und Angaben seien „falsch“, so  Jürgen Cramer. Gegenüber CelleHeute erklärt er:

„In der Ansicht Wehlstraße ist das rechte Gebäude ein Mehrfamilienhaus, das wir ebenfalls bauen würden.
Der fußläufige Eingang zum Markt ist ebenfalls von der Wehlstraße, rechte Seite Glasfront. An der 77er Str. und an der Wehlstraße sind 16 Wohnungen mit je ca. 85 qm geplant.

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Die Marktfläche beträgt ca. 3.150 qm, davon u.a. eine Salatbar auf 17 qm und ein Bäcker/Bistro mit ca. 124 qm.
Nach Vorgaben der Stadt Celle werden wir auch einen Kreisel bauen. Für die verkehrliche Erschließung gibt es ein Gutachten.

Die Gesamtinvestition ist mit 25 Mio. Euro geplant. 20 Mio. Euro für das Markt-/Wohngebäude, 2,5 Mio. für das Mehrfamilienhaus und ca. 2,5 Mio. für die Einrichtung des Marktes. Außerdem schaffen wir 170 Arbeitsplätze.“

Seit den ersten Planungen sind immerhin fünf Jahre vergangen. Durch die Verzögerungen in Kinders Verantwortungsbereich hätten sich die Voraussetzungen geändert. Hier sei es die Pflicht Nigges und des Rates gewesen, die Bewertungen dem heutigen Stand anzupassen. Kurz: Endlich habe überhaupt jemand etwas entschieden – ob richtig oder falsch, könne niemand sachlich bewerten. Denn keiner kann voraussehen, wie lange sich die Verhandlungen noch hinzögen. Mit einer Eröffnung vor 2020 sei ohnehin nicht mehr zu rechnen.

Trotz allem zeigt sich die „Pro Cramer“-Initiative optimistisch und sammelt weiter Unterschriften.

Zeichnungen: EDEKA Cramer

Eine Antwort zu “Pro-Cramer-Initiative: „Kinders Argumente sind widersprüchlich“”

  1. Sidney Plauschin sagt:

    Ich stellen also fest das Firma Cramer investieren möchte und kann.Ich Stelle auch fest das unsere Stadt Celle (Rat, Verwaltung) vielleicht nicht in der Lage ist die eigene Ausschreibung zu bewirtschaften.Ich (habe) gedacht Hr. Kinder bringt frischen Wind nach Celle. Die Innenstadt lebe hoch wir haben einen neuen Penny in der Innenstadt.Also alles beim Alten.

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