Projekt „HummelMap“ beim NABU gestartet

Umwelt Von Redaktion | am Fr., 26.03.2021 - 16:05

HANNOVER. Der NABU Niedersachsen hat das neue Projekt „HummelMap“ gestartet: Das wesentliche Ziel ist laut dem Naturschutzverband die Einrichtung einer Fachplattform zur Meldung von Hummelvorkommen in Niedersachsen. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Viele ehrenamtlich erhobene Daten werden heute zwar in Online-Meldesysteme eingegeben, doch die wenigsten Meldungen werden tatsächlich verifiziert und können damit nicht sinnvoll zum Naturschutz beitragen, heißt es von Seiten des NABU. Das sei vor allem bei schwierig zu bestimmenden Artengruppen der Fall bzw. bei solchen, für die es nur einen kleinen Kreis von KennerInnen gibt. Die Hummeln zählen zu dieser Artengruppe. „Mit dem neuen NABU Niedersachsen-Projekt wollen wir helfen, die Artbestimmung und das Monitoring gefährdeter Arten für Ehrenamtliche wieder attraktiv zu machen, damit sie sich aktiv für deren Schutz einsetzen können“, so NABU-Projektleiterin Nicole Feige.

„HummelMap“ ist eine Online-Tierarten-Erfassungsplattform für ehrenamtliche Hummel-ExpertInnen. Sie umfasst eine Datenbank und Verbreitungskarte mit hochverifizierten Daten, in denen detaillierte Angaben zum Erfassungsort und zum erfassten Individuum selbst gemacht werden können. Angemeldete NutzerInnen werden Teil der Community von „HummelMap“. Sie können gemeldeten Arten prüfen und verifizieren, wenn es sich beispielsweise um eine sehr schwierig zu bestimmende Art handelt oder der Fundort für die Art ungewöhnlich ist. „Das Besondere an der HummelMap-Community ist, dass alle die Möglichkeit haben, aktiv an der Weiterentwicklung der Erfassungsplattform mitzuwirken und eigene Ideen miteinzubringen. Dazu soll es einen regelmäßigen Austausch und Netzwerk-Treffen geben. Damit auch Hummel-Einsteiger*innen dem Portal beitreten können, werden wir in einigen Schwerpunktregionen Hummel-Bestimmungsseminare anbieten. Wer nach einiger Zeit genügend Erfahrung hat, kann dann in die HummelMap-Community aufgenommen werden“, erklärt Feige.

Die Einwilligung der Erfasser vorausgesetzt, können die Daten auch dem behördlichen Naturschutz zur Verfügung gestellt werden. Damit kann jeder einen sehr wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten. Denn durch eine fortwährende Erfassung von Hummeldaten verbessern sich die Kenntnisse über die Verbreitung, die Bestandsentwicklung sowie der Gefährdung bestimmter Arten erheblich. Ehrenamtliche Naturschützer*innen können so beispielsweise eine Grundlage für die Erstellung aktueller Roten Listen liefern und aufgrund der Beobachtungsdaten können gezielt Artenschutzprogramme und -maßnahmen entwickelt werden – so auch in dem aktuell laufenden NABU-Niedersachsen Projekt „Bestandsschutz seltener Hummelarten in Niedersachsen“. Damit die Daten direkt vor Ort eingegeben werden können, wird eine App für mobile Endgeräte entwickelt.

Ein weiteres Zeil ist die Etablierung eines professionelles Hummelmonitorings durch Ehrenamtliche in Niedersachsen. Dazu wird es in Schwerpunktregionen eine Einführung und Begleitung durch das Projektteam geben. Angelehnt ist die „HummelMap“ an die NABU Niedersachsen-Projekte „HerpetoMap“ und „BatMap“, die ein Online-Meldesystem für Amphibien und Reptilien bzw. Fledermäuse im Mittelpunkt haben. Zahlreiche fachkundige Ehrenamtliche wirken hier mit und haben bereits viele wertvolle Daten gesammelt.

...