CELLE. Im Zentrum der jüngsten Zusammenkunft des Kirchenkreistages standen die Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2017-2018 sowie ein Vortrag von Kirchenamtsleiter Uwe Neumann über den Stand der Einführung des neuen Finanzprogrammes. Die Einführung des neuen Finanzprogramms bereitet – ähnlich wie in politischen Kommunen – auch in der evangelischen Kirche große Schwierigkeiten. Geschäftsführender Superintendent Uwe Schmidt-Seffers sparte nicht mit seiner Kritik an den kirchleitenden Stellen in Hannover, die es in den vergangenen Jahren nicht geschafft hätten, dem Kirchenamt in Celle verlässliche Instrumentarien zur Verfügung zu stellen, damit zum Beispiel die Kirchengemeinden Einnahmen und Ausgaben in aussagekräftige Haushaltsplänen wiederfinden könnten.

Schmidt-Seffers: „Dieser Prozess ist in höchstem Maße unerfreulich, und man fragt sich, warum von Seiten der Synode noch kein Untersuchungsausschuss eingesetzt worden ist, der die Fehler und Versäumnisse klar benennt. Das Landeskirchenamt ist ja nicht der bevorzugte Landesplatz des Heiligen Geistes.“

Dass nach der jahrelangen Durststrecke in punkto Finanzübersicht jetzt Land in Sicht ist, liegt nach Aussage von Kirchenamtsleiter Uwe Neumann an den motivierten Mitarbeitern. Nach und nach würden in vielen Überstunden Finanzpakete geschnürt, die in den kommenden Monaten den Kirchengemeinden vorgestellt werden könnten. Genaue Termine wollte der Celler Amtsleiter auf Nachfrage von Mitgliedern des Kirchenkreistages aber nicht nennen, denn das sei Neumanns Ansicht nach nicht seriös.

Der Entwurf des Haushaltplans 2017 – 2018, von Wilfried Burghard präsentiert, sieht in beiden Jahren jeweils ein Volumen von ca. 23 Mio. Euro. Trotz eingerechneter Preissteigerungen und Lohnerhöhungen könne man aufgrund der vorsichtigen Ausgabenpolitik des Kirchenkreises mit geringen Überschüssen von ca. 250.000 Euro rechnen, die man der Finanzrücklage zuführen wolle. Das Besondere kirchlicher Haushalte, so Burghard, läge darin, dass ca. 75% der Ausgaben in der Kirche Personalausgaben seien. Nach der halbstündigen Präsentation des 235 Seiten starken Haushaltsentwurfs votierte der Kirchenkreistag einstimmig für den Finanzrahmen, der die Ausgabenpolitik des Kirchenkreises bis Ende 2018 bestimmen wird.

Im Celler Kirchenkreis ist es zudem in den vergangenen Monaten zu einer Reihe von personellen Veränderungen gekommen. Die Neuen, unter ihnen die pädagogische Leitung der Kindertagesstätten Martina Kruse, die beiden Fundraiser Nina Hollung und Harald Schilbock sowie der neue Gebäudemanager Patrik Pünder haben sich und ihre Arbeitsfelder den Mitgliedern des Kirchenkreistages jetzt vorgestellt.

Der Präsident des Kirchenkreistages, Pastor Wilfried Manneke, stimmte am Ende der Sitzung die Mitglieder auf den nächsten Termin des synodalen Gremiums in Celle ein, den 14. Juni: In dieser nicht  öffentlichen Sitzung stellen sich die beiden Bewerberinnen für das Amt des Superintendenten, Dr. Andrea Burgk-Lempart und Dr. Dagmar Henze, den Fragen des 77 Mitglieder umfassenden Kirchenkreistages.

 

 

 

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.