Rat Bergen startet mit Bürgermeisterin in neue Ära – Resolution zur Oberschule verabschiedet

Politik Von Susanne Zaulick | am Fr., 08.11.2019 - 13:23

BERGEN. Ihre erste Ratssitzung als Bürgermeisterin absolvierte gestern Abend Claudia Dettmar-Müller, die seit 1. November in diesem Amt ist. Mit Applaus begrüßt und im Rahmen der Sitzung auch vereidigt, blickte sie zu Beginn kurz auf ihre ersten Tage im Rathaus. 

„Ich habe mir überlegt, ob ich eine lange Regierungserklärung abgeben soll, aber ich halte mich gern kurz und knapp. Ich freue mich sehr, dass ich an dieser Stelle stehen darf“, erklärte sie einleitend. Sie sei dabei, sich im Rathaus zurecht zu finden, fühle sich dort „unglaublich wohl“ und das Bauchgefühl stimme. Die 51-Jährige zeigte sich überzeugt, auch mit ihrem ehemaligen Gegenkandidaten, dem Allgemeinen Stellvertreter des Bürgermeisters und Kämmerer Frank Juchert, einen guten und angenehmen Weg zu finden, die Geschicke der Stadt zu lenken.

Dann ging es auch schon an die „Amtsgeschäfte“: Vereidigung des neuen Ratsmitgliedes Björn Frieling (CDU), der auf das durch Dettmar-Müller frei gewordene Mandat nachrückt, Ernennung von Hinrich Otte, der 16 Jahre lang Ortsbrandmeister war, zum Ehrenortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Dohnsen und Abstimmung über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Adolf Krause. 

Hierzu gab es kurze Statements der Fraktionen. Einig zeigten sich alle Sprecher darin, dass Adolf Krause sich nicht nur für die CDU in der Kommunalpolitik, sondern auch darüber hinaus in Vereinen und Organisationen außerordentlich für das Gemeinwohl engagiert habe. „Seine Leistungen sind beachtlich und bemerkenswert“, erklärte auch Martin Hildebrand (FDP). „Aber etwas, das in Bergen auf lange Zeit mit ihm verbunden wird, sehe ich nicht“, so der Liberale. Er beantragte eine geheime, schriftliche Abstimmung. Sie ergab 18 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und eine Enthaltung, womit Adolf Krause, der bei der Sitzung nicht anwesend war, nun nach Wilhelm Hohls (SPD) der zweite Ehrenbürger der Stadt Bergen ist.

Breiten Raum nahm bei den folgenden Tagesordnungspunkten die Zukunft der Oberschule Bergen ein. Von Seiten des Landrates war dem Rat eine Stellungnahme nahe gelegt worden, um für eine bevorstehende Abstimmung über Schulbezirke und bauliche Veränderungen im Kreistag ein klares Bild zu bekommen, was Bergen für diese Schule wünscht. 

Dass die Schule derzeit keinen guten Ruf genieße und man sie attraktiver machen müsse , darüber zeigten sich die Ratsmitglieder einigermaßen einig. Über den Weg dorthin allerdings nicht. Eine Resolution, in der nur bauliche Veränderungen bzw. Erweiterungen, aber keine Festlegung von Schulbezirken gefordert würde, wollen die Grünen nicht mittragen, erklärte Grünen-Ratsmitglied Jürgen Patzelt. „Der Kreis würde Räume schaffen für Schüler, die nicht kommen.“ Er möchte Schulbezirke so festgelegt wissen, dass Schüler aus Sülze und Eversen nicht Hermannsburg, sondern Bergen zugewiesen werden. Die Schule habe keine pädagogischen Probleme sondern ein Problem bei der Schülerzusammensetzung. 

Die anderen Fraktionen wollen jedoch zunächst dem Elternwillen bei der Auswahl der Schule Vorrang einräumen, was auch vom Bergener Kreistagsmitglied Jan-Hendrik Hohls (CDU) befürwortet wird. Mit der Festlegung von Schulbezirken würden die leistungsstärkeren Schüler, die sich sonst für eine Oberschule entschieden hätten, eher zum Gymnasium abwandern als an die Oberschule Bergen zu gehen, erklärte Hohls. Mit zwei Gegenstimmen aus der Fraktion der Grünen und einer aus der AfD wurde die Resolution für die bauliche „große Lösung“ am Ende verabschiedet. In der kommenden Woche, kündigte Claudia Dettmar-Müller an, wolle sie dazu auch das Gespräch mit dem Landrat suchen.