WATHLINGEN. Die BI Umwelt Wathlingen hat sich mit einem offenen Brief an alle Mitglieder des Rates der Gemeinde Wathlingen gewandt. Das Schreiben weist noch einmal auf die aus Sicht der BI „schwerwiegenden Folgen“ der geplanten jahrzehntelangen Kalihaldenabdeckung mit bis zu 14 Mio Tonnen Abfallstoffen und auf die aktuelle Entwicklung in Sehnde hin. Dort hat die BI kürzlich Einbrüche der Abdeckung dokumentiert.

Zur aktuellen Situation schreibt die BI in einer Pressemitteilung:
„Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) stellt der BI Umwelt  wichtige Informationen zur Halde in Wathlingen nur sehr zögerlich zur Verfügung. Es geht u.a. um die Versalzung des Grundwassers und den Umfang der Einsenkung der Halde in den Boden.

Bürgermeister Harms hat auf den an ihn gerichteten Offenen Brief vom 18.04.2017 nur insoweit reagiert, als er weiterhin für die Haldenabdeckung eintritt. Eine konkrete praktische Lösung für das Problem des Anlieferverkehrs hat er nicht aufgezeigt. Stattdessen will er das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens abwarten. Insbesondere hat er sich nicht zu der Forderung geäußert, K+S keine Gemeindegrundstücke für die Haldenabdeckung zur Verfügung zu stellen. Ebenso wenig zu der Forderung nach Transparenz bei entsprechenden Entscheidungen des Rates und seiner Ausschüsse.

Die BI Umwelt appelliert deshalb an die Mitglieder des Gemeinderates, sich gegebenenfalls Absichten entgegen zu stellen, gemeindeeigene Grundstücke für die Haldenabdeckung zur Verfügung zu stellen. Ohne diese Grundstücke kann das Vorhaben nicht realisiert werden.

Die Vorgehensweise bei der fragwürdigen und mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt verbundenen Flutung des ehemaligen Bergwerkes mit Süßwasser darf sich nicht wiederholen. Dabei muss mit unkontrollierter Hohlraumbildung und erheblichen Bodensenkungen gerechnet werden.

Damals sind nach Kenntnis der BI Umwelt – ohne Notwendigkeit – erst gemeindeeigene Grundstücke für den Bau der Zuflussleitung zur Verfügung gestellt worden, was die Flutung mit Wasser aus der Fuhse ermöglicht hat. Dann hat die Gemeinde, mit welcher Motivation auch immer, gegen das Vorhaben – erfolglos – geklagt.

Die BI Umwelt weist in ihrem Schreiben noch einmal auf die technischen Alternativen zur Haldenabdeckung, wie Versatz der Halde in das Bergwerk und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Konzeptes für das Haldengelände hin.

Nach Ansicht der BI  muss ein Masterplan entwickelt werden, der die Beseitigung der Halde sowie eine Renaturierung und Entwicklung dieses Bereiches zum Ziel hat. Dabei müssen der Brand, der als Naturschutzgebiet gerade neu ausgewiesen wird, und die umgebende wertvolle Auenlandschaft eingeschlossen sein.“

Am morgigen Montag, 19.06.2017, um 19:00 Uhr findet eine Sitzung des Rates der Gemeinde Wathlingen im Sitzungssaal des Rathauses Wathlingen statt. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen haben folgenden Antrag gestellt:
„Die Gemeinde Wathlingen stellt für die geplante Abdeckung der Kalirückstandshalde „Niedersachsen“ des Bergwerkes Niedersachsen-Riedel keine Grundstücke der Gemeinde zur Verfügung“. Dieser Tagesordnungspunkt ist öffentlich.

 

 

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