„Unsere Sauenhalter sind ratlos, was empfehlen die Politiker den Tierhaltern für die Zeit ab 1. Januar 2019?“ Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke appelliert eindringlich an die politisch Verantwortlichen, allen voran Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Entscheidungen zu treffen und den Sauenhaltern in Deutschland umgehend wieder eine Perspektive zu eröffnen. Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 31. Dezember 2018 dagegen münde zurzeit in eine ausweglose Situation.

Für die niedersächsischen Sauenhalter fordert der Landvolkpräsident die Zulassung der Lokalanästhesie als praxisgerechte Umsetzung des Tierschutzgesetzes. „In Dänemark und Schweden wird sie bereits mit Erfolg eingesetzt, auch in der Humanmedizin ist sie als besonders schonendes Verfahren anerkannt“, schildert der Landvolkpräsident heute  anlässlich der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern im nordrheinwestfälischen Bad Sassendorf. Er fügt an: „Diese tierschutzgerechte Lösung muss auch den Tierhaltern in Deutschland ermöglicht werden!“ Schon jetzt entschieden sich immer mehr Sauenhalter in Deutschland für die Aufgabe dieses Betriebszweiges, in anderen EU-Ländern wie Dänemark dagegen bleibe er aufgrund anderer rechtlicher Rahmenbedingungen interessant. Lebensmitteleinzelhandel, Fleischerhandwerk und Gastronomie sind aufgerufen, die Herkunft von Fleisch sowie Fleisch- und Wursterzeugnissen in der Theke oder Speisekarte herauszustellen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher sich bewusst für hiesige Herkünfte entscheiden können.

Landwirte aus ganz Deutschland, allen voran aus den besonders betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, haben zur Tagung der Agrarminister von Bund und Ländern am 27./28. September in Bad Sassendorf eine tierschutzgerechte und in der Praxis umsetzbare Lösung als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration gefordert. Entsprechende Anträge u.a. aus Niedersachsen waren zuletzt im Bundesrat gescheitert und treiben die Sauenhalter nun in eine ausweglose Situation. Das wollen die Betroffenen nicht hinnehmen und fordern von der Politik umgehend Entscheidungen, die ihrer Verantwortung für diesen Zweig der Tierhaltung gerecht werden.

Quelle: Landvolk-Pressedienst

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