Ratsgruppe fordert Kampagne zur Prävention häuslicher Gewalt in der Corona-Krise

Politik Von Extern | am Di., 09.06.2020 - 12:46

CELLE. Was passiert in den Familien während der Corona-Pandemie? Diese Frage stellt sich die Gruppe „Bündnis 90/ Die Grünen, Wählergemeinschaft/ Die Partei und Ute Rodenwaldt-Blank/ Dr. Jörg Rodenwaldt“ und bat die Stadtverwaltung, verstärkt weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Kindes- und Jugend- sowie das Familienwohl, insbesondere während der Corona-Pandemie mit Kontaktbeschränkungen und häuslicher Isolation, sicherzustellen.

"Die bisherige Ausnahmesituation mit Kontaktbeschränkungen zwang Familien zu häuslicher Isolation mit entsprechend größerem Potential zu psychischen Belastungen und Spannungssituationen. Aber auch innerhalb des jetzigen Lockerungsprozesses muss die Sicherheit - insbesondere der Kinder und Jugendlichen - im Auge behalten und gewährleistet sein. Durch Kita- und Schulschließung, Kurzarbeit, steigende Fallzahlen in der Sozialhilfe, dem 'Spagat' Kinderbetreuung und Beruf waren und sind Familien einer besonderen Drucksituation ausgesetzt“, so Ute Rodenwaldt-Blank. 

„Konflikte zwischen Partnern, die auch an den Kindern ausgelassen werden, können sich intensivieren und bis zu häuslicher Gewalt eskalieren“, ergänzt Thorsten Schoeps, "dies kann zu Folgen wie der Zunahme des Risikos häuslicher Gewalt, dem Aufbau von Suchtverhalten und auch Suizidhandlungen führen.“ Deswegen fordert Bernd Zobel im Namen der Gruppe, dass „diesbezüglich eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Landkreis, den Frauenhäusern, den Kitas und den Schulen stattfindet, damit betroffene Familien besondere Unterstützungsmaßnahmen erhalten. Dr. Jörg Rodenwaldt unterstützt die Forderung einer verstärkten Kampagne zur Prävention häuslicher Gewalt und unterstreicht die Bitte, dass die Stadtverwaltung das Konzept in Hinblick auf die prognostizierte zunehmende Gewalt darlegen möge. Ferner bittet die Gruppe um Auskunft über die Netzwerkstruktur zwischen Stadtverwaltung, Landkreis, freien Trägern, Schulen und Frauenhäusern.