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Getting Tough

Ratzeputz Team Celle beim härtesten Hindernislauf in Thüringen

05.12.2016 - 16:54 Uhr     CelleHEUTE    0

Sie waren wieder dabei: 24 Kilometer durch den Thüringer Wald, und als wenn das nicht schon genug wäre – 170 Hindernisse waren noch ganz nebenbei zu überwinden. Stephan März, Sebastian Grothe, Fred Starbatty, Oliver Zunk und Yannick Liedtke vom „Ratzeputz Team Celle“ starteten bei Europas härtestem Hindernislauf in Rudolstadt/Thüringen, dem „Getting Tough, the Race!“.

Am Sonnabend um 10:20 Uhr fiel der Startschuss. Zuvor wurden die rund 3.000 Teilnehmer mental eingepeitscht. Mit dem Ritual des Schlachtrufes vom Tough Guy: „Who am I – I’m a Champion“ flogen drei Flugzeuge in Formation über das Teilnehmerfeld hinweg. Eine lange Strecke lag vor den Sportlern – bereits kurz nach dem Start mussten alle 150 Meter in der tiefsten Gangart durch ein mit Stacheldraht bestücktes Hindernis krabbeln, dahinter zwei eiskalte Wassergräben und dann eine ellenlange Laufstrecke mit knapp 1.000 Höhenmetern.

Dran, drauf, drüber, unten durch und immer wieder Wasser zehrten massiv an den Kräften und die Konzentration schwand rapide. Die Kälte von Minus 5 Grad beim Start erwies sich in diesem Jahr ebenfalls als enorme Herausforderung. Zudem war es auf der Laufstrecke ziemlich glatt und erforderte ein hohes Maß an Vorsicht. Nach ca. zwei bis drei Stunden ging es ins Zielgebiet – „Killing Fields“ genannt und wer glaubte, das sichtbare Ziel sei in Kürze erreicht, lag falsch – alle 10 Meter ein Hindernis teils mit viel Wasser und Tiefgang bis hin zum Tauchen teils bis zu 8 Meter hohe Kletterwände. „Gefühlt sind auf den letzten 1.000 Meter 90 % aller 170 Hindernisse – unglaublich, was sich Menschen sprich die Veranstalter einfallen lassen“, so Stephan März. Ein Hindernis nach dem anderen musste konzentriert abgearbeit werden – denn wer eins auslässt oder vom Sanitäter behandelt wird, ist disqualifiziert. „Man könnte meinen, es ist so gewollt, dass nicht alle ankommen“, vermutet März. Aber alle Starter des Ratzeputz Team kamen gesund ins Ziel. Die Zeiten lagen zwischen vier und fünf Stunden.

Die Zuschauer konnten vor allem im Zielbereich die Kämpfer begleiten und jubelnd in Empfang nehmen. „Dort standen breit grinsend die beiden Veranstalter und umarmten jeden einzelnen Gewinner. Das Gefühl ist unbeschreiblich“, so ein sichtlich erschöpfter aber glücklicher Sebastian Grothe. Ins Ziel geschafft haben es am Ende nur 70 % der Starter. Dabei ist der Erstplatzierte nach gut zwei Stunden und der Letztplatzierte nach 6:15 Stunden durch das Ziel gekommen. 500 der Starter gaben auf. Verletzungen gab es wenig, Unterkühlungen nicht mitgezählt. „Das spricht für die Dynamik und die Herausforderung dieses Laufes. Respekt gebührt jedoch jedem – vielleicht sogar ein bisschen mehr jenen, die so lange unter diesen Wetterverhältnissen unterwegs sind“, attestiert Fred Starbatty.

Das Ratzeputz Team ist in dieser Form seit 2008 unterwegs und weiß somit, was es sich Jahr für Jahr antut. Das Ziel vor Augen, gezieltes Training im Vorfeld des Events und dann beim Tag der Tage „beißen bis ins Ziel.“ Einen Biss, den man gleichermaßen für das normale Leben benötige, weißt das Team. „Der Schmerz lässt nach, aber der Stolz bleibt.“

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