Regionalmanagement Wasserstoff nimmt Arbeit auf

Technik Von Extern | am Fr., 04.09.2020 - 17:57

LÜNEBURG. Die Region Nordostniedersachsen ist weiterhin auf dem besten Weg, zu einer Modellregion für Wasserstoffwirtschaft zu werden, erklärt das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg Vor einigen Wochen konnte bereits verkündet werden, dass das Land Niedersachsen den Aufbau eines Regionalmanagements fördern werde (s. unten). Diese Aufgabe sei nun vergeben worden. Zum Auftakt gab es ein großes Treffen der Projektpartner, bei dem die Struktur des Regionalmanagements präsentiert wurde.

„Nach einer langen und intensiven Planungsphase sind wir jetzt gut aufgestellt, um erste Projekte umzusetzen. Unsere Arbeit gewinnt damit große Dynamik, und mit noch mehr Manpower und einer professionellen Struktur können wir nun richtig loslegen“, freut sich die Landesbeauftragte Monika Scherf des Amtes für regionale Landesentwicklung bei einem Auftakttreffen im Hotel Heidjäger in Mulmshorn. Scherf begrüßte dort 60 Mitglieder des Wasserstoffnetzwerkes Nordostniedersachsen. Es wären vermutlich noch mehr geworden, doch die geltenden Abstandsregelungen aufgrund des Coronavirus ließen nicht mehr zu. Stattdessen verfolgten einige Mitglieder das Treffen per Livestream. „Es ist beeindruckend, was unsere Region auf die Beine stellen kann“, so Scherf. Das neue Regionalmanagement sei eine Geschäftsstelle, die alle Aktivitäten im Bereich Wasserstoff bündeln werde. Besonders begrüßte sie den neuen Hauptgeschäftsführer der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, Holger Bartsch, und den Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann.

Nach europaweiter Ausschreibung wurden zum 1. September die Unternehmen Meyer Consulting (MCON) aus Oldenburg und das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) mit der Durchführung beauftragt, informiert das Amt für regionale Landesentwicklung. Beide Unternehmen hätten langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit den örtlichen Kommunen und den hiesigen Unternehmen. Das Regionalmanagement solle zukünftig die Arbeit des Wasserstoffnetzwerkes koordinieren. Die Finanzierung erfolge zu 75 % durch das Land Niedersachsen und zu 25 % durch die elf Landkreise im Amtsbezirk Lüneburg. „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Region bei diesem Thema Vorreiter wird – alle Landkreise ziehen dafür an einem Strang“, so der Stader Landrat Michael Roesberg, der den Vorsitz in der Landrätekonferenz inne hat.

Auch Holger Bartsch begrüßt die Fortschritte im Wasserstoffnetzwerk. „Dass der Region Nordostniedersachsen viele zentrale Akteure angehören, die eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft etablieren wollen, zeigt die erfreulich hohe Teilnahmebereitschaft am Projektpartnertreffen. Das Netzwerk steht aber auch für weitere Mitglieder offen.“

Angesiedelt ist das Regionalmanagement bei der ARTIE, dem Regionalen Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung. Der Landkreis Osterholz hat den Vorsitz und die Koordination der ARTIE inne und war deshalb auch Antragssteller und Koordinator für das Wasserstoffnetzwerk. „Ich freue mich, dass wir über das seit viele Jahre bestehende ARTIE-Netzwerk neue Initiativen anstoßen und maßgeblich voranbringen können“, erklärt Landrat Bernd Lütjen. Projektleiter Dr. Daniel Kipp (MCON) und sein Stellvertreter Arne Engelke-Denker (TZEW) präsentierten sich und ihre Vorstellung vom nun anlaufenden Regionalmanagement. Für sie stehe der Kontakt mit den Unternehmen an erster Stelle. Sie wollen vor Ort beraten, Projekte initiieren und Fördermittel in die Region holen: „Wir wollen Treiber und Kümmerer sein!“

Das Regionalmanagement nimmt zu einem entscheidenden Zeitpunkt seine Arbeit auf, findet man im Amt für regionale Landesentwicklung. Sowohl das Land Niedersachsen als auch der Bund fördern aktuell Projekte zu alternativen Antriebsarten mit hohen Beträgen – dabei spielt die Nutzung von Wasserstoff in Brennstoffzellen eine zentrale Rolle. Auch die EU werde in der neuen Förderperiode einen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien legen. "Eine große Chance, um mit klugen und innovativen Ideen die Region Nordostniedersachsen als Wasserstoff-Modellregion zu profilieren", so die Akteure abschließend.