HERMANNSBURG. Die meisten Brasilianer sind stolz auf ihre kulturelle und ethnische Vielfalt – kennen aber auch deren Herausforderungen, auf die sie eine eigene Antwort gefunden haben: Empathie. Was das heißt, beantwortet Carolina Borowski Closs, Süd-Nord-Freiwillige des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), am 30. Oktober, um 19 Uhr im Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus (LHH).

Empathie: Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich in die Situation eines Menschen oder einer Gruppe einzufühlen, die so ganz anders ist als man selbst – seien es Geflüchtete aus Venezuela, Einwanderer aus Mittelamerika oder Kuba. Brasilianer empfinden diese Menschen in der Regel als Bereicherung und weniger als Belastung, so die Erfahrung von Carolina Borowski Closs, selbst Brasilianerin. Die Psychologiestudentin ist im Rahmen des ELM-Freiwilligenprogramms „Seitenwechsel“ seit sieben Monaten in Deutschland.

Als so genannte Süd-Nord-Freiwillige arbeitet sie im Rahmen ihres Dienstes mit Konfirmandinnen und Konfirmanden und bringt ihnen die Vielfalt Brasiliens nahe. Die deutschen KonfirmandInnen lernen dabei auch ihr eigenes Land aus der Sicht Brasiliens kennen. Manchmal sind sie überrascht, weil das, was für Sie selbstverständlich ist, auf Carolina manchmal etwas komisch wirkt. Dabei entdeckt sie manche Widersprüche zwischen Klischee und Wirklichkeit, von denen sie an diesem Abend ebenfalls berichten wird.

Geboren in Passo Fundo, einem Ort mit Menschen italienischer, spanischer und deutscher Herkunft, ist für Carolina Borowski Closs die brasilianische Kultur eine Mischung aus den Kulturen ihrer Einwohner und Vorfahren. Trotzdem gebe es auch so etwas wie Rassismus, was sich vor allem an der Hautfarbe festmache, so die junge Brasilianerin. Auch entscheide die Herkunft eines Menschen oft darüber, ob er oder sie Zugang zu Bildung erhalte. Carolina Borowski Closs wird in ihrem Vortrag diese Schattenseiten Brasiliens nicht verschweigen, aber vor allem dessen bunte ethnische Vielfalt beleuchten, der die Mehrheit der Brasilianer mit großer Empathie begegne.

Das Süd-Nord-Freiwilligenprogramm des ELM
Jedes Jahr kommen im Rahmen seines Freiwilligenprogramms „Seitenwechsel“ junge Erwachsene aus Ländern wie Argentinien, Brasilien, Indien und Südafrika nach Deutschland und arbeiten für ein Jahr als Freiwillige in gemeinwohlorientierten Einrichtungen Niedersachsens. Dazu gehören Kindertagesstätten, Schulen, Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und auch das ELM.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.