Rheinmetall errichtet repräsentatives Verwaltungsgebäude

Wirtschaft Von Redaktion | am Do., 11.08.2016 - 10:25

UNTERLÜSS. Ein weiteres, großes Bauprojekt plant die Rheinmetall AG an ihrem Standort im Celler Nordkreis. Für ca. 10 Millionen Euro soll in Kürze ein neues, repräsentatives Verwaltungsgebäude entstehen, das auch ein Betriebsrestaurant, einen Konferenzbereich, Schulungs- und Sozialräume bietet.
In den vergangenen zehn Jahren wurde die Zahl der Mitarbeiter am Standort Unterlüß immens erhöht: von ca. 750 im Jahr 2005 auf derzeit rund 1700. Knapp 60 Mitarbeiter haben aktuell ihre Arbeitsräume in Containern. Bis zu 140 Büroplätze werden in dem neuen Gebäude entstehen, so dass die Raumnot behoben werden dürfte.

Aber das ist nur einer der Gründe für den Neubau. Sowohl die Rüstungs- als auch die Fahrzeugsparte wachsen. „22 von 28 NATO-Staaten erhöhen derzeit ihr Verteidigungsbudget. Das ist der Trend“, so Peter Rücker, Leiter Unternehmenskommunikation. Das führe dazu, dass bestimmte Projekte, die ins Auge gefasst wurden, jetzt finanzierbar würden. Rheinmetall hatte gestern Vertreter aus Politik und Presse zu einem Rundgang durch das Werk eingeladen und stellte dabei auch die Pläne für das neue Gebäude vor, das voraussichtlich Ende 2017 am Standort des derzeitigen Werkseinganges an der Neuensothrieter Straße entstehen soll.
Das Verwaltungsgebäude wird eine Fläche von 3500 Quadratmeter bieten. Hinzu kommen 320 Quadratmeter für ein neues Werkschutzgebäude. Die Eingangshalle mit Empfang, Rezeption und Wartezone ermöglicht den Übergang von dem offen zugänglichen in den Werksbereich. In dem Betriebsrestaurant finden 180 Personen Platz, die Küche ist für 600 Mahlzeiten pro Tag ausgelegt. Für die Fassade des modernen Verwaltungsgebäudes sind eine Ziegelverblendung sowie Aluminiumverbundplatten vorgesehen.

„Unterlüß ist der zentrale Rheinmetall Defence-Standort in Deutschland. Die Verbindung aus Größe, einzigartiger Technologiekompetenz und langjähriger Tradition gibt ihm seine repräsentative Bedeutung. Künftig wollen wir im Defence-Bereich bezogen auf Deutschland auch am Standort Unterlüß weiter wachsen. Dies steht im Einklang mit unserer Konzernstrategie. Unsere aktuellen Bauprojekte mit dem repräsentativen Verwaltungsgebäude unterstreichen diese Absicht. Damit wird auch die Anziehungskraft für qualifizierte Fach- und Führungskräfte weiter steigen”, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, Düsseldorf,

Bereits in den vergangenen drei Jahren hat Rheinmetall in Unterlüß zwei Produktionshallen mit jeweils über 5000 Quadratmeter Fläche sowie ein Mechanik- und ein Laserbearbeitungszentrum gebaut und dabei insgesamt rund 35 Millionen Euro in den Standort investiert. So sind ein Kompetenzzentren für die Fertigung geschützter Lkw-Fahrerkabinen und die Einrichtungen zur Fertigung des neuen Schützenpanzers Puma entstanden. Die Konzentration von Aktivitäten an dem niedersächsischen Standort hänge auch mit der Trendwende in den Verteidigungshaushalten wichtiger Kunden zusammen. Großaufträge werden für den Unternehmensbereich Defence künftig immer wichtiger.

In den vergangenen Jahren seit 2013 hatte der Düsseldorfer Technologiekonzern verschiedene Defence-Aktivitäten nach Unterlüß verlagert und damit ein nationales Kompetenzzentrum für Landsysteme aufgebaut. So zog 2013 die Turmentwicklung von Gersthofen (bei Augsburg) in die Heide. Im darauffolgenden Jahr verlagerte die Rheinmetall Landsysteme GmbH ihren Firmensitz von Kiel nach Unterlüß. Auch die Führung der neu gegründeten Division Vehicle Systems, dem größten militärischen Fahrzeugsystemhaus in Europa, erfolgt von Unterlüß aus. Dort hat seit 2015 außerdem der Bereich Schutzsysteme (Protection Systems) seinen Hauptsitz.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte hob die Bedeutung von Rheinmetall auch für die Bundeswehr hervor: „Ich freue mich, dass wir hier ein Haus haben, dass wesentlich die Bundeswehr ausstattet“, erklärte er während des Rundgangs. Neben ihm und Vertretern der CDU aus Hermannsburg und Unterlüß, war der niedersächsische Europa-Abgeordnete Burkhard Balz nach Unterlüß gekommen. Er bezeichnete die Entwicklung des Rheinmetall-Standortes Unterlüß in den letzten Jahren als „Erfolgsgeschichte“.

Rheinmetall besetzt nach eigener Aussage mehr als jede zweite Stelle in Unterlüß mit Mitarbeitern aus der Region und ist laut Otte in den Landkreisen Celle und Uelzen der wichtigste Arbeitgeber. Die Schaffung „weiterer hochwertiger Arbeitsplätze“ ist geplant. Jede Stelle, die am Standort Unterlüß neu entstehe, führe durchschnittlich zu 2,5 weiteren Arbeitsplätzen bei Zulieferern, die teilweise ebenfalls in der Region ansässig sind.

Derzeit blicken die Rheinmetaller gespannt in Richtung Australien. Dort hat sich der Konzern um einen Auftrag für ein großes Fahrzeugprogramm im Umfang von 2 bis 2,5 Milliarden Euro beworben und es in die Endauswahl geschafft.