CELLE. Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen vor steigender Altersarmut. In Celle verdienten Ende vergangenen Jahres 10.868 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.

„Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt DGB Regionsgeschäftsführer Dr. Matthias Richter-Steinke. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Richter-Steinke sieht das kritisch: „Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag aus dem Wahlkreis Celle-Uelzen. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

Unter dem Motto: „Handeln statt aussitzen! – Gute Rente ist kein Thema für die lange Bank“ wird der DGB Kreisverband Celle zusammen mit der so genannten Roadshow der IG Metall Celle-Lüneburg am 21. September 2017 in der Zeit von 11 bis 17 Uhr in der Celler Innenstadt für einen Richtungswechsel in der Rentenpolitik werben.

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