Sanierung oder Neubau – Ausschuss empfiehlt Gutachten für Hinrich-Wolff-Schule

Politik Von Susanne Zaulick | am So., 28.06.2020 - 10:44

BERGEN. Mit der Zukunft der Hinrich-Wolff-Grundschule befasste sich der Schulausschuss der Stadt Bergen in seiner Sitzung am Mittwoch. Das Schulgebäude aus den 30iger Jahren ist sanierungsbefürftig. Im Januar 2019 hatte die CDU-Fraktion einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt die Optionen Neubau oder Sanierung und Erweiterung zu prüfen. Der Schulausschuss hat jetzt einstimmig empfohlen, 80.000 Euro für ein Gutachten bereit zu stellen, in dem die beiden Varianten verglichen werden sollen. Dabei geht es auch um das pädagogische Konzept, das an der Schule zum Einsatz kommen soll.

Bundesweit habe sich das Konzept der Lernhäuser und Cluster durchgesetzt, erläuterte die zuständige Fachbereichsleiterin Karen Schledermann. „Viele kleine Schulen (Lernhäuser) in einer großen Schule, die mit dem Konzept der Team- und Lernhäuserschule entstehen, können den … Herausforderungen deutlich besser begegnen als konventionelle Flurschulen. Hier gibt es verschiedene Ansätze wie beispielsweise das Cluster oder offene Lernlandschaften. Sehr gute Voraussetzungen, die oben genannten Herausforderungen in einer Grundschule aufzugreifen, bietet das Cluster. Cluster vereinen verschiedene Bausteine auf einer Ebene: Klassenräume, Differenzierungsräume, Ganztags- und Rückzugsräume sowie eine gemeinsame Mitte für lerngruppenübergreifende Angebote, kooperative Lernzeiten und selbstständige Arbeitsphasen...“, erläutert die Verwaltung. Und auch Schulleiterin Katja Tanke befürwortet dieses Konzept, wie sie in der Sitzung deutlich machte. 

Von Seiten der Ausschussmitglieder gab es sowohl aus pädagogischer wie auch aus baulicher Sicht diesbezüglich Bedenken. Bei den pädagogischen Konzepten sei ein „30-jähriger Wechsel“ festzustellen“, meinte Dr. Rüdiger von Borcke (SPD) und verwies darauf, dass namhafte Eliteschulen durchweg „Flurschulen“ seien. Sowohl Mitglieder von CDU wie auch von SPD äußerten Bedenken, die Bedarfs- und Standortprüfung „auf Grundlage des Raumkonzepts ‚Lern- und Teamhäuser‘ zu empfehlen. Das schließe nämlich die Sanierung der bestehenden Schule aus, so Peter Meinecke (CDU) und Ros-Marie Siemsglüß (SPD). Dr. Ulrich Sander (CDU) schlug vor, anstelle von „Lern- und Teamhäusern“ den Begriff „moderne pädagogische Konzepte“ einzusetzen. Dieser Vorschlag wurde angenommen, so dass, wenn der Gesamthaushalt der Stadt genehmigt ist, ein Gutachten für eine vierzügige Grundschule – Neubau oder Sanierung - in Auftrag gegeben werden kann.

Ein weiteres Thema im Ausschuss war die Hausaufgabenhilfe. Sie wird laut einem Ratsbeschluss von 2017 als freiwillige Leistung der Stadt auch dann erbracht, wenn die Fördermittel des Landes wegfallen würden, die bisher rund die Hälfte der rund 30.000 Euro an jährlichen Gesamtkosten abgedeckt haben. Da laut Verwaltung die Aussichten auf Landesförderung seit diesem Jahr deutlich gesunken sind, stand der Posten auf der im Haushaltssicherungskonzept vorgeschlagenen Sparliste. Dies wird jedoch von der Politik nicht mitgetragen und auch die Leiterinnen der Grundschulen „mögen sich nicht ausmalen wenn wir darauf verzichten müssten“, so Bianca Höltje, Leiterin der Eugen-Naumann-Schule. So wurde einstimmig empfohlen, die Hausaufgabenhilfe fortzuführen. Den endgültigen Beschluss trifft der Rat.

Nochmals um ein Schulgebäude ging es im Tagesordnungspunkt sieben „Verkaufsangebot des Landkreises für das Schulgebäude Lange Straße 11 (ehemalige Käthe-Kollwitz-Schule). Das Gebäude wird aktuell als Außenstelle der Oberschule genutzt. Die vom Landkreis als Kaufpreis angesetzten 500.000 Euro wurden als zu hoch angesehen. Ulrich Sander (CDU) schätzte den realen Wert auf etwa die Hälfte. Zudem wurde kritisiert, dass man vom Landkreis hier etwas unter Druck gesetzt werde. Einstimmig wurde empfohlen, das bereits in Auftrag gegebene Konzept für die künftige Nutzung von Schulgebäuden abzuwarten. 

Von Seiten der Schulleiterin der Hinrich Wolff-Schule wurde am Ende der Sitzung noch darauf hingewiesen, dass der Bund derzeit – unabhängig vom viel zitierten Digitalpakt - Gelder für digitale Endgeräte für Schüler bereit stelle. Allerdings nur, solange der reguläre Schulbetrieb außer Kraft gesetzt ist. Die Verwaltung wurde beauftragt, hier schnellstmöglich einen Antrag zu stellen.