HANNOVER. Der BUND und die Naturschutzstiftung des BUND Nordrhein-Westfalen haben heute den Schachbrettfalter (Melanargia galathea) zum Schmetterling des Jahres 2019 gekürt, um auf die Bedrohung dieser Art durch die intensive Landwirtschaft aufmerksam zu machen. In Niedersachsen ist der auffällige Tagfalter aus der Familie der Augenfalter nach der Roten Liste von 2004 noch nicht als gefährdet eingestuft. „Allerdings sind die Vorkommen des Schachbrettfalters auch in Niedersachsen stark rückläufig“, weiß Jochen Köhler, BUND- Schmetterlingsexperte.

Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Altgraswiesen, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. In Niedersachsen werden gerne strukturreiche Magerrasen mit hochwüchsigen Pflanzen wie Witwenblume und Distelarten besiedelt. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. „Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Niedersachsens zu selten geworden. Auch fallen sie immer öfter dem Pflug zum Opfer“, warnt Köhler.

Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40-50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern.

Die rosa gefärbten Raupen des Schachbrettfalters, die im Sommer aus den Eiern schlüpfen, überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die älteren Raupen sind dicht behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Zunächst sind die kleinen Raupen tagaktiv, später fressen sie nur noch nachts. Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst an einem Grashalm. Die nach wenigen Wochen ausgewachsenen Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose.

Der Schachbrettfalter kommt in Mittel- und Osteuropa sowie Nordafrika vor. Um dem schönen Schmetterling zu helfen, ruft der BUND dazu auf, Randstreifen von Bahndämmen, Feldwegen oder Gräben erst ab August zu mähen. Sogar im Siedlungsbereich bieten sich viele Möglichkeiten, den Schachbrettfalter und andere Insekten zu fördern, indem Gemein- den nährstoffarme und trockenwarme Wiesen auf kommunalen Grünflächen anlegen. „Und natürlich kann jeder Gartenbesitzer mit größeren Blumeninseln helfen, die Art zu schützen“, sagt der BUND-Schmetterlingsexperte.

Weitere Informationen zum Schmetterlingsschutz gibt es unter www.bund-niedersachsen.de/schmetterlinge

 

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