"Schatz für Niedersachsen" aus Wietze

Kultur + Gesellschaft Von Extern | am Mi., 29.09.2021 - 17:23

HANNOVER/WIETZE. Ein Jahr lang feiert NDR Niedersachsen mit einer besonderen Aktion das 75-jährige Landesjubiläum. Unter dem Namen „Unser Schatz für Niedersachsen“ waren BürgerInnen dazu aufgerufen, ihre persönlichen Erinnerungsstücke, mit denen sie ein Ereignis der Landesgeschichte verbinden, einzusenden, das dann im Anschluss von Hörfunk, im Fernsehen, online und in den sozialen Medien von NDR Niedersachsen präsentiert werden kann. Hunderte Fotos wurden eingesendet, eine beeindruckende Sammlung ist entstanden. In der 90-minütigen Sendung „Unser Schatz für Niedersachsen“, die am Freitag, 8. Oktober, ab 20.15 Uhr im NDR Fernsehen zu sehen ist, erzählen Menschen aus dem Bundesland jetzt die Geschichte ihrer ausgewählten Fundstücke – mit dabei ist Dieter Roth aus Winsen. Zu dem Expertenteam, das die Fundstücke bewertet hat, gehören neben Prof. Dr. Katja Lembke, Direktorin des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, die Historikerin Prof. Dr. Gunilla Budde und der „geborene Niedersachse“, Moderator und Komiker Wigald Boning. Arne-Torben Voigts moderiert die Sendung aus dem Landesmuseum Hannover.

Krönender Abschluss der Aktion ist neben der 90-minütigen Sendung die gleichnamige Ausstellung, die ebenfalls am 8. Oktober im Landesmuseum eröffnet wird. Sie zeigt mehr als 60 Gegenstände und Zeitzeugnisse, die ZuschauerInnen und HörerInnen im Verlauf des Jahres als ihren Schatz der Geschichte Niedersachsens präsentiert haben. Diese Schätze werden mit der jeweiligen Geschichte der Leihgeber und mit Fotos von ihnen in der Ausstellung vorgestellt.

Die unterschiedlichen Bereiche umfassen den Neuanfang des Landes ebenso wie besondere sportliche Ereignisse, den Erfindergeist der Menschen in Niedersachsen, Katastrophen, kulturelle Highlights, die wirtschaftliche Entwicklung und vieles mehr.

Das Fundstück des Wietzers Werner Dörge wird sowohl in der Sendung vorgestellt als auch Teil der Ausstellung sein: ein Orden und eine Urkunde für den Waldbrand-Einsatz von 1975. „Ich war fünf Tage lang als Zeitsoldat beim großen Heidebrand 1975 im Einsatz. Die Medaille haben wir im Anschluss als Dank erhalten“, sagt Werner Dörge. Er war damals ein 27-jähriger Zeitsoldat und beim Brandgebiet Eschede zur Unterstützung der Feuerwehr angefordert. Die Soldaten halfen bei allem. Sie löschten, retteten Tiere, suchten Glutnester und versuchten sie auszumerzen. Dörge und seine Truppe wurden von Feuer eingeschlossen. Ein Teil wurde ausgeflogen, ein anderer Teil nur ein paar hundert Meter weiter geflogen. Dort sollten die Männer abgeholt werden. Doch die versprochenen Lastwagen kamen nicht. So schlugen sich die sieben Soldaten zu Fuß durch das gefährliche Gebiet. Unterwegs halfen sie noch einem Bauern, seine Schafe zu retten.

Zusätzlich zu den Gegenständen und den großen und kleinen Geschichten werden viele Exponate in der Ausstellung mit QR-Codes ausgestattet. Mit deren Hilfe können BesucherInnen per Handy direkt auf historisches Material des NDR zugreifen. Es stammt aus den Film- und Tonarchiven des NDR, zeigt die enge Verknüpfung des Landes mit dem Norddeutschen Rundfunk und ist so etwas wie das audiovisuelle Gedächtnis dieses Landes. Hier lohnt es sich, Handy samt Kopfhörer mitzubringen. Historische NDR Beiträge zu den Ereignissen finden sich in der Ausstellung zudem auf digitalen Aufstellern und Hörbeispielen in einer Hörstation.

Die Ausstellungseröffnung im Landesmuseum mit Ministerpräsident Stephan Weil und der stellvertretenden NDR-Intendantin und Landesfunkhausdirektorin Andrea Lütke wird am Freitag, 8. Oktober, ab 16.00 Uhr per Livestream unter NDR.de übertragen. Als weitere Gäste werden u. a. Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft erwartet.