WATHLINGEN. Bei der Wahlkreiskonferenz für den Wahlkreis 45, Bergen (Celle-Land) wurde der amtierende Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt mit großer Mehrheit bestätigt – mit 97,6 % der Stimmen wählten ihn die Delegierten der Ortsvereine ohne Gegenstimmen und bei einer Enthaltung erneut zum Kandidaten zur Landtagswahl am 14. Januar 2018. Im Wahlkreis 46, Celle wurde Dr. Jörg Rodenwaldt mit 86,2 % der Stimmen gewählt. Er setzte sich in einer Abstimmung gegen Hiltrud Höwer aus Wietze durch.

Als Gast war Johanne Modder MdL, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen, nach Wathlingen gekommen. Sie zeigte in ihrer Rede die Bilanz der SPD-Regierungspolitik in Niedersachsen auf: „Unser Land steht heute deutlich besser da als vor vier Jahren: Die Wirtschaft wächst, wir haben die höchste Zahl Erwerbstätiger und die niedrigste Zahl an Arbeitslosen seit der Wiedervereinigung“, so Modder. „Unsere Investitionen zahlen sich aus: Bildung und Betreuung, Verkehrsinfrastruktur und Gesundheitsversorgung sind besser geworden. Und wir haben den ersten Haushalt in der Landesgeschichte ohne neue Schulden aufgestellt.”

In seiner Bewerbungsrede zeigte Schmidt seine Bilanz für den Landkreis Celle auf: „Weit über 180 Millionen Euro sind seit 2013 in unseren Landkreis geflossen. Und das ist in vier Jahren deutlich mehr gewesen als in zehn Jahren zuvor unter CDU und FDP. 461 neue Krippenplätze, elf Stunden mehr wöchentliche Betreuungszeit in den KiTas, neue Ganztagsschulen und eine neue Gesamtschule, Sprachlernklassen und Stellen für Schulsozialarbeit sowie zusätzliche Lehrerstunden. Dazu jedes Jahr mehr Geld für den ÖPNV, das Allgemeine Krankenhaus wurde neugebaut, die NABK wird vollendet, besondere Hilfe für Bergen nach dem Britenabzug, Investitionen in allen Gemeinden von Faßberg bis Wathlingen“ – diese Ergebnisse solle man sich nicht schlechtreden lassen, so Schmidt.

Für die kommende Wahlperiode sieht er zwei große Herausforderungen: „Es muss einfach gelten: Es ist egal, wo Du herkommst, es ist entscheidend, wo Du hinwillst. Wir dürfen kein Kind zurücklassen. Wir wollen kostenfreie Bildung von Anfang an für alle durchsetzen. Deshalb ist unser Ziel: Wir wollen sämtliche Gebühren im Bildungsbereich abschaffen. Wir haben die Studiengebühren abgeschaffen und werden jetzt bei den KiTa-Gebühren weitermachen und diese ab 2018 schrittweise abschaffen.“ Daneben will er weiterhin für seine Heimatregion kämpfen: „Wir leben im ländlichen Raum. Die Leute hier stehen früher auf, fahren weiter zur Arbeit, ziehen Kinder groß und kümmern sich um ihre Mitmenschen. Was für unser Celler Land gilt, gilt für die Mehrheit in Niedersachsen. Und genau deshalb will ich weiter für unsere Heimatregion kämpfen: Durch Investitionen in unsere Städte und Gemeinden wollen wir sie lebenswert halten und familienfreundlicher machen. Dazu gehören vor allem der Ausbau des schnellen Internets, die Stärkung des ÖPNV und der Gesundheitsversorgung.“

Unterbezirksparteitag 4

Dr. Jörg Rodenwaldt seine Vita als Celler deutlich: „Ich bin ein Celler Kind, in Celle aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wie viele andere Jugendliche fand ich in Celle keine Weiterbildungsmöglichkeit. Nach Studium und beruflichen Wanderjahren im In- und Ausland kam ich 2009 aus familiären Gründen zurück nach Celle. Neben meiner selbständigen beruflichen Tätigkeit engagiere ich mich seitdem ehrenamtlich in der SPD, in der Kirche und im Deutschen Roten Kreuz.“ Sein wichtigstes Ziel ist Chancengleichheit: „Ich möchte, dass alle Kinder und Jugendliche die Chancen erhalten, die auch ich hatte, und das unabhängig von deren sozialem, familiärem, kulturellem, religiösem oder ethnischem Hintergrund. In meinem Berufsleben sind meine Familie und ich in vielen Ländern freundlich aufgenommen worden. Man hat uns ein Zuhause geboten. Alle Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – sollen sich bei uns wohlfühlen.“ Als Volkswirt bringt er über zwanzig Jahre Erfahrung in der Finanzbranche mit: „Solidarisches Verhalten gegenüber der gegenwärtigen und den zukünftigen Generationen bedeutet ebenfalls, dass wir solide wirtschaften. Solides Wirtschaften zwingt uns dazu, mit dem uns anvertrauten Geld sorgsam umzugehen. Dafür setze ich mich momentan nicht nur in Celle ein, sondern werde es auch im Landtag in Hannover tun.“

Vor den Wahlkreiskonferenzen fand außerdem der Unterbezirksparteitag der SPD im Landkreis Celle statt – hier wurde Maximilian Schmidt auch als Parteivorsitzender bestätigt, seine Stellvertreter bleiben Kirsten Lühmann und Dirk-Ulrich Mende. Mathias Pauls bleibt Finanzverantwortlicher und Angela Hohmann Schriftführerin. Beisitzer sind: Daniela Behn-Horrer, Christoph Engelen, Eva von Groddeck, Stefan Hauke, Salhattin Kizilyel, Joachim Krügener, Andreas Ludwig, Jan-Christof Meyer, Rosemarie Mikolaiczak, Dirk Oelmann, Monika Oetke, Ros-Marie Siemsglüß, Inga Stephan und Nizam Yavsan. Auf dem Parteitag wurde außerdem mit großer Mehrheit ein Antrag für eine sozial-gerechte Rentenpolitik beschlossen: SPD im Landkreis Celle spricht sich für Renteniveau von mindestens 50% und gegen weitere Rentenkürzungen aus – diese Forderung soll im Bundestagswahlprogramm der SPD verankert werden.

Fotos: Peter Müller

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