HANNOVER. Wer kennt es nicht? Man freut sich auf einen frischen Salat aus dem Garten und dann findet man nur einen abgefressenen Salatkopf im Beet vor. Vom Übeltäter ist nur eine schleimige Spur zu sehen. In feuchten Sommern können Schnecken – vor allem Nacktschnecken – Gartenbesitzer schier zur Verzweiflung bringen. Die Liste der Rezepte gegen Schnecken ist groß, doch eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Oft wirkt die Kombination mehrerer Methoden am besten. Der NABU Niedersachsen empfiehlt deshalb vor allem, natürliche Feinde der Schnecken wie Igel, Kröten oder Blindschleichen im Garten zu fördern. „Diese Tiere fühlen sich am ehesten in einem naturnah gestalteten Garten wohl.“

Der NABU Niedersachsen nennt die Top 5 Maßnahmen:

1)    Vorbeugen
Eine verträglich und generell wirksame Maßnahme ist es, gefährdete Beete nicht abends, sondern frühmorgens zu gießen, so dass die nachtaktiven Schnecken die Feuchtigkeit nicht mehr zur Nahrungssuche ausnutzen können. Statt flächendeckender Bewässerung empfiehlt es sich außerdem, jede Pflanze alle zwei bis drei Tage einzeln und kräftig zu gießen, damit die Schnecken keine größeren feuchten Flächen finden, auf denen sie sich fortbewegen können.

2)    Förderung natürlicher Feinde
Ein naturnaher Garten, der Nützlingen Unterschlupf bietet, ist von vornherein besser gegen Schnecken gewappnet. Massenvermehrungen von Nacktschnecken kommen hier nur selten vor. Zu den Vertilgern von erwachsenen Schnecken gehören Igel und Spitzmäuse, Vogelarten wie Amseln, Stare und Elstern, außerdem Kröten und Blindschleichen. Über Eigelege und Jungschnecken machen sich gerne Laufkäfer Laufkäferlarven her, ebenso Glühwürmchen und ihre Larven sowie Hundertfüßler.

3)    Abschrecken durch Pflanzen und Extrakte
Ein probates Mittel ist es zudem, rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk zu streuen. Schnecken meiden raue Oberflächen, und der Kalk verätzt ihre Sohle. Bei Regen ist diese Methode aber nur bedingt wirksam oder muss häufig wiederholt werden. Sehr wirksam, weil schnecken-, aber nicht umweltgiftig, ist auch der Einsatz von Kaffee und Kaffeesatz.

4)    Abhalten durch Schneckenzaun
Hochwirksam sind ebenfalls die im Fachhandel erhältlichen Schneckenzäune, die von den Tieren nicht überklettert werden können. Der schönste Schneckenzaun ist jedoch vergebens, wenn nicht alle eingezäunten Schnecken eingesammelt werden.

5)    Absammeln
Bei starkem Befall ist regelmäßiges Absammeln der Tiere häufig die sinnvollste Methode. Hohl liegende Bretter mit pflanzlichen Abfällen als Köder oder große Blätter dienen als Verstecke für die Schnecken, unter denen man sie täglich absammeln sollte.

Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man bei der Schneckenbekämpfung nicht zu eifrig vorgehen. Schnecken sind der Gesundheitsdienst im Garten. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Zudem zersetzen sie Pflanzenreste und helfen so bei der Humusbildung mit. Beachten sollten Gartenbesitzer auch, dass längst nicht alle Schneckenarten Schäden anrichten. Die meisten Gehäuseschnecken wie zum Beispiel die häufigen Bänderschnecken fallen als Schädlinge praktisch nicht ins Gewicht. Sie leben überwiegend von totem Pflanzenmaterial. Die große Weinbergschnecke – sie steht übrigens unter Naturschutz – hilft dem Gärtner sogar, denn sie frisst auch die Eigelege der Nacktschnecken auf.

Tipps für einen natürlichen Garten gibt der NABU in seiner Broschüre ‚Gartenlust – für mehr Natur im Garten’. Sie ist beim NABU Niedersachsen, Alleestr. 36, 30167 Hannover, gegen Einsendung von zehn Briefmarken zu 70 Cent erhältlich.

Mehr Infos zu Schnecken https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/schnecken/

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