WIETZE. Schnelles Internet durch Glasfaseranschlüsse: Das Thema ist derzeit in aller Munde. Durch den derzeit geplanten Breitbandausbau des Landkreises Celle und Vodafone profitiert jedoch vorerst nur ein kleiner Teil von Wietze. Erste Gespräche deuten jedoch an, dass schon bald ein Gesamtausbau realisiert werden könnte.

Der Landkreis Celle will in den kommenden Jahren insgesamt 46 Millionen Euro in den Ausbau der digitalen Infrastruktur investieren. Die Kunden in den Ausbaugebieten können einen Anschluss mit einer Leistung von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde bekommen. Damit kann man zum Beispiel einen normalen Spielfilm innerhalb von etwas mehr als einer Minute herunterladen. Außerdem bietet Glasfaser eine hohe Stabilität und Zukunftssicherheit.

Die Vorvermarktungsphase in der jeder Anwohner im Ausbaugebiet die einmalige Chance erhält, einen kostenfreien Glasfaseranschluss bis ins Haus zu erhalten, läuft noch bis zum 23. Juli. Die bauliche Realisierung des kreiseigenen Glasfasernetzes ist für die Jahre 2019 und 2020 vorgesehen.

Der Haken am Breitbandprojekt des Landkreises ist allerdings, dass nicht alle Haushalte von dem Ausbau profitieren. Denn der Landkreis darf nur in sogenannten unterversorgten Gebieten tätig werden. Konkret also nur dort Glasfaser verlegen, wo kommerzielle Anbieter nicht durchschnittlich mindestens 30 Mbits pro Sekunde für die Anwohner anbieten können.Da in der Gemeinde Wietze die Telekom zwar nicht flächendeckend, aber doch zumindest durchschnittlich über 30 Mbits realisiert, darf der Landkreis in einem überwiegenden Teil von Wietze nicht tätig werden. Betroffen sind vom Ausbau daher vergleichsweise wenige Haushalte in den Wochenendgebieten Wachholderpark (Hornbostel) und Ziegenbergsweg (Jeversen).

Die gute Nachricht für Wietze ist jedoch, dass die Gemeinde bereits auf der Suche nach einem kommerziellen Anbieter ist, der das gesamte Gebiet inklusive aller Ortsteile mit Glasfaser ausbauen soll. Wir müssen selbst aktiv werden“, so Bürgermeister Wolfgang Klußmann. „Ansonsten haben wir in kleinen Randbereichen von Wietze demnächst Gigabit-Geschwindigkeiten und in einigen Kernbereichen von Wietze dagegen weiterhin Schneckentempo. Damit können wir uns nicht zufrieden geben.“

Mit einem flächendeckenden Glasfasernetz würde die Gemeinde Wietze wichtige Voraussetzungen für die Digitalisierung schaffen.  „Die Anforderungen an den Datenverkehr steigen von Jahr zu Jahr rasant an“, erläutert Philip Daniel, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Wietze. „Die Kupferleitungen in Wietze kommen da deutlich an ihre Grenzen. Wer für die Zukunft plant, sollte daher unbedingt auf Glasfaser setzen.“

Erste Gespräche mit eventuellen Anbietern wurden bereits geführt. „Es ist noch zu früh, um Details zu nennen“, so der Bürgermeister. „Die Gespräche verlaufen jedoch sehr positiv und ich bin guter Dinge, dass wir sehr bald auf der Überholspur der digitalen Autobahn unterwegs sein werden.“

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