CELLE. „Gärten sind nie fertig. Gärten verändern sich. … Parks und Gärten sind Generationenverträge.“ Dieses Statement eines der ersten Fernsehjournalisten, der sich für Denkmalschutz und den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften einsetzt, will das neueste Pilotprojekt der denkmalpädagogischen Reihe „denkmal an schule“ anschaulich vermitteln. Es hat zum Ziel, die Identifikation junger Menschen mit ihrer kulturellen Vergangenheit zu stärken. Die Vermittlung des Wissens über Herkunft und Bedeutung von Kulturdenkmale ist das Kernthema dieser Reihe, deren unterschiedliche Projekte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) den Schulen in ganz Niedersachsen anbietet.

Einer der aktuellen Kooperationspartner ist das Christian-Gymnasium in Hermannsburg. Etwa 30 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse treten an fünf Tagen eine spannende Reise durch die Geschichte der Gartenkunst an. An verschiedenen historischen Gärten- und Parkdenkmalen aus der Region wird „der urmenschliche Traum vom Paradies auf Erden“ erklärt. Mit der Kunsthistorikerin Meggie Hönig und den Lehrern des Christian-Gymnasiums, Birgit Schacht und Jens Salzmann, hat Doris Olbeter, verantwortlich für den Aufbau der Denkmalpädagogik in Niedersachsen, ein besonders attraktives Programm für die Projektwoche entwickelt. Das Projekt startete heute mit einer Einführung von Rainer Schomann, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Bau- und Kunstdenkmalpflege und Experten für Gartendenkmalpflege.

Am Montag, 28. August begeben sich die Schüler auf eine Gartenexkursion, erleben, filmen, fotografieren und vermessen vier völlig unterschiedliche Gärten und Parks. Unter fachkompetenter Führung werden der Landschaftsgarten des Guts Oppershausen, die Gartenbereiche des Klosters Wienhausen, der Französische Garten in Celle und – als besondere Form der Gartenkultur – der Neuenhäuser Friedhof besucht. Neben viel historischem Input werden die Schüler auch das Fachinformationssystem der Niedersächsischen Denkmalpflege (ADABweb) nutzen und damit zu den Gärten umfangreich recherchieren. Mit Hilfe historischer Karten und anderer Dokumente werden für jeden Gartentyp individuelle Steckbriefe erarbeitet.

Cornelia Hinke, Gartenarchitektin und Landschaftsplanerin, sowie ihr Mann Johannes Hinke, Gärtner im Garten- und Landschaftsbau (form in grün, Celle), holen dann die Klasse zurück in die Gegenwart, ins Hier und Jetzt, und berichten von ihrer abwechslungsreichen, tagtäglichen Arbeit. Was liegt näher, als danach einen eigenen Garten zu entwerfen, zu zeichnen, zu malen oder als Modell zu bauen – der Vision eines Gartens der Zukunft freien Lauf zu lassen? Das NLD nimmt während aller Projekttage den Leitspruch des Christian-Gymnasiums aus dem 1657 erschienenem Vorwort der Didacta Magna des J. A. Comenius sehr ernst und ist bemüht eine „Unterrichtsweise aufzuspüren, bei welcher der Lehrer weniger zu lehren braucht, die Schüler dennoch meehr lernen, in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür aber mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt.“

So wird sicher auch die Abschlusspräsentation am Freitag, den 1. September von 17.00 bis 18.00 Uhr, bei der die Schüler einen die Highlights dokumentierenden Film sowie die Ergebnisse der Projektwoche zeigen, viel Vergnügen bereiten.

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