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250 Schüler und Eltern zeigen Unmut im Kreistagssaal

Schulausschuss des Kreistages votiert gegen gymnasiale Oberstufe an der IGS

08.11.2017 - 19:52 Uhr     siems    0
Fotos: Peter Müller

CELLE. Ein volles Haus und mitunter aufgebrachte Stimmung gab es heute bei der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses des Kreistages. Rund 250 Eltern, Schülerinnen und Schüler bevölkerten den Kreistagssaal, um in kritische Fragen verpackt ihre Meinung zum Themenpunkt „Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule Celle (IGS) kundzutun, der heute auf der Tagesordnung des Ausschusses stand.

Carsten Rusitschka, Schulelternratsvorsitzender an der IGS hatte vorab der Beschlussvorlage der Kreisverwaltung , die über das Informationssystem des Kreistages öffentlich einzusehen ist, entnehmen können, dass sich die Verwaltung gegen die Einführung einer gymnasialen Oberstufe an der IGS aussprechen würde. So hatte er, neben einigen weiteren Eltern und Schülern, einen ganzen Fragenkatalog vorbereitet, den er von Landrat Klaus Wiswe beantwortet haben wollte.

„Wie wollen Sie sicherstellen, dass Schüler an einer IGS im Landkreis Celle Abitur machen können?“, lautete eine der Fragen. Wiswe antwortete, dass seit der Planung der Gesamtschule in Celle nie die Rede davon gewesen sei, dort eine gymnasiale Oberstufe einzurichten und er davon ausgehe, dass die Schüler der IGS jede andere der insgesamt neun Oberstufen an allgemeinbildenden Gymnasien oder Fachgymnasien im Landkreis Celle besuchen könnten. Auch Schüler der Oberschulen müssten, wenn sie das Abitur machen wollten, in eine der bestehenden gymnasialen Oberstufen wechseln. Wiswe wies darauf hin, dass allein schon fehlende Räumlichkeiten die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS unmöglich machen würden.

Auch während der Diskussion dieses Tagesordnungspunktes unter den Mitgliedern des Schulausschusses machten die anwesenden Eltern und Schüler mit Beifallsbekundungen für die Ausschussmitglieder von SPD und Grünen, die sich für die Einführung der Oberstufe an der IGS aussprachen, deutlich, was sie sich wünschten. Letztendlich votierte der Ausschuss mit vier Gegenstimmen und einer Enthaltung dafür, keine gymnasiale Oberstufe an der Gesamtschule einzuführen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung des neuen Fremdsprachenprofils am Hölty-Gymnasium durch die Schulleiterin Monika Nerreter. „Da die Anmeldezahlen für das Hölty im laufenden Schuljahr nicht so waren, wie wir es erhofft hatten, haben wir hinterfragt, was an unserem Angebot nicht so gut ist und was man ändern könnte“, so Nerreter. Dabei herausgekommen sei, dass man ab dem Schuljahr 2019/20 Spanisch als zweite Fremdsprache mit aufnehmen wolle. Französisch, Russisch und Latein solle es aber weiterhin geben.

Im Februar 2017 hatte die SPD-Fraktion den Antrag an die Kreisverwaltung gestellt, die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule im Landkreis Celle zu prüfen. Hierzu hatte die Verwaltung zwei Vorschläge erarbeitet: 1. Es werden keine weiteren Gesamtschulen im Landkreis Celle eingerichtet. 2. Vorbehaltlich der Ergebnisse einer Elternbefragung, wird eine Gesamtschule am Standort der Oberschule Wathlingen errichtet. Matthias Pauls, SPD, erläuterte noch einmal, dass es aus Sicht seiner Fraktion eine weitere Gesamtschule als Angebot in Celle geben sollte, da jedes Jahr einige Kinder, die den Wunsch hätten, die IGS zu besuchen, abgewiesen werden müssten. In den Reihen von CDU, WG, FDP sowie auch beim Kreiselternrat herrschte die Meinung vor, dass zunächst einmal Ruhe in die Schullandschaft in Celle kommen solle und man auch den Oberschulen Gelegenheit geben sollte, ihr Profil weiter zu entwickeln. Nach kontroverser Diskussion stimmte der Schulausschuss für die erste Variante – eine weitere Gesamtschule wird nicht eingerichtet.

Außerdem wurde über einige Änderungen in der Schulbezirkssatzung abgestimmt. Dazu zählt auch die Einführung von Schulbezirken der Oberschulen im Landkreis Celle. „Ich bin kein Freund von Schulbezirken und weiß, dass Eltern gern selber entscheiden, wo ihre Kinder in die Schule gehen sollen. Aber es gibt Situationen, die aus unserer Sicht auf Dauer nicht tragbar sind“, erklärte der Landrat.

In den vergangenen Jahren seien sowohl im Stadt- als auch im übrigen Kreisgebiet des Landkreises Celle vermehrt Schülerströme an den Oberschulen festgestellt worden, die den örtlichen Einzugsgebieten der jeweiligen Oberschulen nicht entsprechen. Das führe an einzelnen Oberschulen zu räumlichen Engpässen. Um die gleichmäßige räumliche Auslastung in allen Oberschulen sicherstellen zu können, sei die Einführung von Schulbezirken für die Oberschulen notwendig. Die Änderung der Satzung mit der Einführung von Schulbezirken für die Oberschulen wurde mit drei Gegenstimmen beschlossen.

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