Schulleiter des Ernestinums spricht über evangelische Bildung in Celle

Gesellschaft Von Redaktion | am Mi., 20.01.2016 - 18:21

CELLE. Johannes Habekost, Schulleiter des Gymnasium Ernestinums, referiert am Sonntag, dem 31. Januar um 18.00 Uhr über das reformatorische Bildungsprogramm und seine Auswirkungen.


Die Reformation war auch eine Bildungsreform größten Ausmaßes mit Nachwirkungen bis heute. Wo die Reformation eingeführt wurde, wurden neben der Einsetzung evangelische Prediger in den Kirchen fast zeitgleich auch die Schulen reformiert oder in großer Zahl neu gegründet. Das Bildungsprogramm hierfür wurde in Wittenberg entwickelt von Martin Luthers engstem Mit-Reformator Philipp Melanchthon.

Seine Schüler formulierten für die evangelisch gewordenen Städte und Territorien die Kirchen- und Schulordnungen und gingen als Rektoren und Lehrer an diese neuen Schulen. In Celle geschah dies 1528 im Auftrag von Herzog Ernst dem Bekenner. Daran erinnert heute der Name „Gymnasium Ernestinum“, den das staatliche Gymnasium seit dem 400. Reformationsjubiläum im Jahre 1928 trägt, die Anfänge als Lateinschule reichen freilich bis in die Zeit um 1328 zurück.

Worin das evangelische Bildungsprogramm der Reformation bestand, welchen Modernitätsschub und welche Demokratisierung der höheren Bildung die Reformation auch nach Celle brachte, welche Relevanz das reformatorische Ideal der Mündigkeit und Urteilsfähigkeit auch für heutige Abiturienten und künftige Verantwortungsträger hat, wird Oberstudiendirektor Johannes Habekost, seit 2013 Leiter des Gymnasiums Ernestinum, am Sonntag, dem 31.1.2016 um 18.00 Uhr in einem Impuls-Referat mit anschließender Diskussion vorstellen.

Heute bereiten sich am Gymnasium Ernestinum rund 700 Schülerinnen und Schüler auf die allgemeine Hochschulreife vor. Als „Offene Ganztagsschule“ verfügt das Ernestinum im Schulzentrum Burgstraße über eine moderne Mensa und fördert mit Orchester, Chören und vielen Arbeitsgemeinschaften vom Theater über Naturwissenschaften bis zum Sport auf vielfältige Weise besondere Begabungen. Daher ist das Ernestinum gemeinsam mit den Grundschulen Klein Hehlen, Bruchhagen, Winsen und der Sprachheilschule Mitglied in einem besonderen Förderverbund für Hochbegabung.

Für das außergewöhnlich breite Angebot von 10 Fremdsprachen und die zahlreichen internationalen Austauschpartnerschaften wurde das Ernestinum 2014 mit dem Titel „Europaschule in Niedersachsen“ ausgezeichnet. Auch mit dieser Internationalität und seinem altsprachlichen Zweig mit Latein, Griechisch und Hebräisch pflegt das Ernestinum das weltoffene Erbe der Reformation. Seit einiger Zeit wird daher von engagierten Eltern die Möglichkeit sondiert, das bisher staatliche Gymnasium in eine evangelisch-kirchliche Trägerschaft zu überführen.

Die Veranstaltung am Sonntag, den 31.1.2016, findet genau dort statt, wo einst die evangelische Bildungsreform in Celle stattfand und wo das heutige Ernestinum den längsten Teil seiner 688-jährigen Schulgeschichte residiert hat, im ehemaligen Schulhaus in der Kalandgasse im Kantorei-Saal. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.