HANNOVER. Am Freitag haben die Kultusministerin, Frauke Heiligenstadt, und der Präsident der Landesschulbehörde im Kultusausschuss, Ulrich Dempwolf, über den Stand der Stellenbesetzungen, der Unterrichtsversorgung und sich daraus ergebenden Konsequenzen berichtet. Um die Unterrichtsversorgung an Grundschulen sicherzustellen, hat das Kultusministerium angekündigt, auch Gymnasiallehrkräfte an Grundschulen abzuordnen.

Das sagen die Grünen:
„Abordnungen sind leider nicht immer vermeidbar. Wir haben große Schwierigkeiten, alle Lehrerstellen zu besetzen, weil es zu wenige Bewerberinnen und Bewerber gibt. Ganz besonders die Grundschulen sind aber auf eine volle Unterrichtsversorgung angewiesen, weil sie sonst nicht alle Kinder verlässlich unterrichten können“, so Heiner Scholing, Vorsitzender des Kultusausschusses und schulpolitischer Sprecher.

Klar sei aber auch: Das Verfahren für Abordnungen müsse laufend verbessert werden, um es für Schulen und Lehrer handhabbarer zu machen. „Wenn es in Einzelfällen zu sehr kurzfristigen Abordnungen gekommen ist, so muss das von der Landesschulbehörde überprüft werden“, so Scholing.

Es werde auch weiter Abordnungen geben, das sei ein ganz normaler Vorgang. „Sie sind immer der letzte Baustein der Planungen. Allerdings haben Lehrkräfte in den Grundschulen andere pädagogische Aufgaben als an Gymnasien. Ich halte es deshalb für notwendig, für Gymnasiallehrer, die an Grundschulen abgeordnet werden, begleitende Qualifizierungsangebote zu entwickeln. Auch beim derzeitigen Lehrermangel muss die Qualität des Unterrichts an den Grundschulen gesichert werden“, sagt Scholing.

Der Lehrermangel ist aus seiner Sicht nicht kurzfristig zu beheben, auch wenn Schwarz-Gelb etwas anderes behaupte. „Bastelanleitungen zur Herstellung fehlender Lehrkräfte können sie aber auch nicht vorweisen“, sagt der Grüne.

Zum Hintergrund
Von den zum Schuljahr 2017/18 ausgeschriebenen 1.800 Stellen konnten bis zum 02.08.2017 nur 1.550 Stellen besetzt werden. Das Stellenbesetzungsverfahren an den Schulen ist noch nicht abgeschlossen. Bis Ende August bemüht sich das Kultusministerium noch darum, alle Stellen zu besetzen. Erst dann werde klar sein, wie viele Lehrkräfte an Grundschulen abgeordnet werden.

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