CELLE. Während die erste Bewohner wieder zum Silbersee zurückkehren und auf dem Parkplatz vor dem zwangsgeräumten Areal campen (wir berichteten in unserer Facebook-Ausgabe), nimmt Vorwerks Ortsbürgermeisterin Iris Fiss auf Nachfrage von CELLEHEUTE Stellung. Fiss habe erst am Donnerstagabend einen Anruf der Stadt erhalten, dass Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge mit ihr reden wollte.

„Ich schäme mich“ – Ratsherr Müller zur Silbersee-Räumung

„Am Freitagmorgen um 7:30 Uhr bekam ich wieder einen Anruf, ob ich um 9 Uhr beim OB sein könnte.
Ich bin dann ins Rathaus gefahren und wurde dort über die ‚Situation Silbersee‘ informiert. Ich war ziemlich geschockt und habe nicht wirklich verstanden, warum ‚Lebensgefahr‘ für die Bewohner vom Silbersee bestand“, so Fiss.

Dass Brandschutzauflagen zum Teil nicht erfüllt wurden und dass ungenehmigte Anbauten bestehen, sei Fakt, gesteht die Bürgermeisterin, „aber dies ist schon seit Jahren Fakt.“ Der Nachlassverwalter des verstorbenen Pächters habe wohl veranlasst, dass Landkreis, Stadt und Brandschutzbeauftragter eine Bestandsaufnahme vom Silbersee machten und dann der Verwaltungsspitze mitgeteilt, dass plötzlich Lebensgefahr bestehe.

*Aktualisiert* CHTV: „Ich bin jetzt Penner“ – Campingplatz-Bewohner auf der Straße

„Ich habe im Anschluss meinen Ortsrat informiert und bin um 11 Uhr zum Silbersee gefahren. Es passierte erstmal nichts. Um ca. 12 Uhr kamen dann etliche Mitarbeiter der Stadt, um den Bewohnern mitzuteilen, dass sie noch heute das Areal verlassen müssten. Ich bin zwischendurch zum Gedenkgottesdienst von Harald Range gefahren und im Anschluss wieder zum Silbersee. Inzwischen hatte Stadtbaurat Ulrich Kinder wohl die Bewohner versammelt und ihnen die Situation mitgeteilt. Leider habe ich während der Trauerfeier nicht mitbekommen, wie dies abgelaufen ist. Als ich aber wieder vor Ort war, waren die Menschen natürlich geschockt, viele haben geweint und es spielten sich Szenen ab, die mir schon an die Nieren gegangen sind. Ich kenne ja nun viele und weiß auch, was sich da teilweise an Schicksalen hinter verbirgt. Ich frage mich, ob diese Räumung am Freitag vor Pfingsten wirklich sein musste. Für Vorwerk war dies ein schwarzer Tag.“

Eine Antwort zu “„Schwarzer Tag für Vorwerk“ – Ortsbürgermeisterin Fiss zur Silbersee-Räumung”

  1. Bill Mathew sagt:

    Brandschutz gut und schön…
    Der letzte Brand am Silbersee ist über 8 Monate her, dann hätte man mit einer Frist die Räumung anordnen können.
    Aber nicht 2 Tage vor Pfingsten, ohne dass die Bewohner eine Chance hatten sich mit Hilfe des Gerichtes mit einer einstweilige Verfügung gegen diese Räumung zu wehren.
    Das kommt Behördenwillkür gleich, so geht man nicht mit Bürgern um.
    Ich bin von Dr. Jörg Nigge und Stadtbaurat Kinder sehr, sehr enttäuscht.

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