Log empty

Festakt beim TuS Bergen

Schwungvolle und graziöse Darbietungen zum 150-jährigen Jubiläum

19.03.2017 - 06:59 Uhr     zaulick    0

BERGEN. Mit Einblicken in den aktiven Sport, einer Festrede und zahlreichen Grußworten, Musik und kulinarischen Genüssen sowie Ehrungen, beging der TuS Bergen am Freitag sein 150-jähriges Bestehen. Durch die Mitte des großen Saales im Stadthaus zog sich die Air-Track-Bahn, auf der die jüngeren männlichen Turner unter Regie ihres Trainers Jörg Ewald eine ebenso schwungvolle wie eindrucksvolle Darbietung präsentierten. Ruhig und graziös, aber nicht weniger beeindruckend, war die Vorführung der Mädchen-Akrobatikgruppe unter Leitung von Anja Dageförde, Elke Menzel und Karen Fuhr.

Mit dem Turnen hatte auch 1867 alles angefangen in dem Verein, der damals als Deutsche Turnerschaft von 1867 – Sektion Bergen – gegründet wurde, wie Helmut Franzen in seiner Festrede erläuterte. Er hob vor allem den politischen Aspekt der Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Turnerbewegung hervor. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ – diese Devise, die auch auf der noch erhaltenen Fahne der Bergener Turner prangt, wäre auch heute noch ein gutes Motto für Deutschland und Europa, lautete Franzens Resümee.

Einen Einblick in die Gegenwart des Vereins gab der erste Vorsitzende Horst Liedke. Mit 1774 Mitgliedern und 80 übenden Gruppen sehe man sich gut aufgestellt. Eine große Stärke des Vereins liege in der Abnahme von Sportabzeichen. „Da sind wir im Landkreis führend“, so Liedke. Neu hinzugekommen sind die Mini-Sportabzeichen. 200 Kindergartenkinder aus Bergen und den dazugehörigen Ortschaften durften ein solches Abzeichen in diesem Jahr schon entgegen nehmen. Im Bereich des Leistungssports hob Horst Liedke die Handballer – die erste Frauenmannschaft spielt in der Oberliga, die Herren in der Landesliga – sowie die Leichtathleten, die bis auf nationale Ebene erfolgreich sind, hervor.

Einen unterhaltsamen Einblick in die einzelnen Sparten des Vereins bekamen die rund 150 geladenen Gäste mit einem Film von Tobias Nagler. Anschließend gab es Glückwünsche aus der Politik und aus den Sportverbänden. Der TuS stehe für Gemeinwohl, Integration, Teilhabe, Bildung, Erziehung und Gesundheitsförderung, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Landrat Henning Otte. Zugleich habe der Verein Herausforderungen wie demografischen Wandel, sanierungsbedürftige Sportstätten, ein herausforderndes Schulwesen, Bürokratie und Konkurrenz durch andere Freizeitangebote zu bewältigen. Die Politik unterstütze zum Beispiel durch das Ehrenamtsstärkungsgesetz oder auch das Bildungs- und Teilhabepaket.

Für die Handballregion Lüneburg trat Wolfgang Kaplick ans Mikrofon. Als „sehr vorbildlich“ bezeichnete er die sportliche Förderung von Kindern im TuS. Oft kämen Kinder ohne gute Grundausbildung relativ spät zum Handball. Das sei hier anders.

Jens-Holger Linnewedel, Vorsitzender des Niedersächsischen Fußbalverbandes im Kreis Celle, sieht den Jugendfußball in Bergen – in der Spielgemeinschaft mit der FG Wohlde – gut aufgestellt. „Die Kinder sind in guten Händen“, lautete seine Bilanz.

Der Vizepräsident des Landessportbundes, Thorsten Schulte, würdigte alle, die einen erfolgreichen Sportverein ausmachen: Dazu zählte er die Übungsleiter im Ehrenamt ebenso wie die Eltern, die ihre Kinder von A nach B fahren und nicht zuletzt den Vorsitzenden. Erfolg stelle sich dann ein, wenn man sich darauf besinne, was die Mitglieder wollen, so Schulte. Insbesondere hob er die Jungenturnriege hervor, die der TuS Bergen, nachdem sie beinahe vor dem „Aus“ stand, erfolgreich reaktiviert hatte. „Eine Jungenturnriege findet man selten in diesem Land“, meinte Schulte.

Plakette

Christoph Hanning, Vizepräsident des Niedersächsischen Turnerbundes und Rita Girschikofsky, Präsidentin des NLV Hannover, philosopierten in einem unterhaltsamen Rededuell über Aufgaben und Ziele des Sports und der Sportvereine.

Aus der niederländischen Partnerstadt Hendrik Ido Ambacht, in der man sich über radfahrbegeisterte TuS-Mitglieder freut und mit ihnen gern Touren unternimmt, gab es ein Grußwort durch Partnerschafts-Präsident Peter Gomanns, von Seiten der Kirche durch Pastor Axel Stahlmann, von der Stadt Bergen durch Bürgermeister Rainer Prokop und vom Kreissportbund durch den Vorsitzenden Hartmut Ostermann. Für die akustische Untermalung sorgte die Gruppe „Betriebsstörung“ aus Hamburg.

Eine nicht alltägliche Ehrung gab es an diesem Abend noch für Marie Dehning. Sie erhielt die Ehrennadel in Bronze des Deutschen Leichtathletikverbandes. Marie Dehnung war im Jahr 2016 unter den besten 30 Schülerinnen W13  in der Deutschen Bestenliste war und das sogar in drei Disziplinen: Im Speerwurf belegte sie Platz drei, im Weitsprung war sie unter den ersten Zehn und im Blockwettkampf unter den ersten Fünfzehn ihrer Altersklasse. Trainiert wird die Sportlerin von Björn Lippa, der sich ebenfalls über die Auszeichnung freute.

IMG_7935

Im Jubiläumsjahr soll es noch etliche weitere Veranstaltungen geben, so wird unter anderem am 18. Juni das Kreiskinderturnfest in Bergen stattfinden, am 13. August ist ein großes Sommerfest mit Jazzmusik und einer Präsentation der Abteilungen geplant und am 5. November heißt es in der Heisterkamphalle „Der TuS stellt sich vor“.

 

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.