CELLE. Im November 2016 startet die Aktion „Wort drauf! RSPKT PRJKT“ als niedersächsisches Jugendkulturprojekt für mehr Toleranz, Miteinander und gute Nachbarschaft. Niedersächsische Hip-Hop-Crews, Solokünstler/innen sowie Schulbands ab Klassenstufe 9, sollen hierfür ihre Stimme in einem selbst geschriebenen Rap erheben. Musikalische Unterstützung erhalten sie dabei von dem Berliner Produktionsquartett „Beatgees“, das unter anderem Hits von MoTrip, MC Fitti, Sido, Namika und Tim Bentzko produziert hat. Der Rap-Wettbewerb knüpft als weiterführendes, jugendkulturelles Element an die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ der in der CD-Kaserne Celle an und soll die Beteiligung und die Intensität der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit diesen Themen stärken.

„Hassen ist einfach. Um zu hassen muss man nichts können. […] Hass auf Asylanten, Hass auf Homosexuelle, Hass auf ‚die Ausländer‘. Ich verstehe, wenn manche Leute wütend sind. Das bin ich auch manchmal. Und Wut kann etwas Gutes sein, ein Antrieb für etwas Konstruktives, der Schubs den man braucht um Dinge zu verändern. Hass allerdings führt niemals zu etwas Gutem.“ Ein Zitat des Autors, Musikers, Filmemachers und Cartoonists, Ralph Ruthe, der dieses im Rahmen der Ausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ geäußert hat. “Und genau um diesen Antrieb, etwas Konstruktives zu schaffen, geht es bei dem Projekt „Wort drauf! RSPKT PRJKT“, das durch das Niedersächsische Kultusministerium, die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover gefördert wird. Die intensive Auseinandersetzung Jugendlicher mit den Themen Toleranz, Miteinander und gute Nachbarschaft, auf die sich ihr Text beziehen soll und dies im Kontext der eigenen Musik, ist die Idee hinter dem Projekt”, erläutert Stefanie Fritzsche von der CD-Kaserne Celle. Die Teilnehmenden erführen eine Sensibilisierung für die Macht des eigenen Wortes, während sie gemeinsam einen Text erarbeiten, diesen einrappen und am Wettbewerb teilnehmen. Rap habe sich inzwischen vom rhythmisch, dynamischem Sprechgesang zur Stimme der Jugend durchgesetzt. Die oft explizit adressierten Textinhalte dienten als Sprachrohr aktueller und brisanter Themen, denen in unserer Gesellschaft sonst oft keine Plattform geboten werde. “Die einzelnen Sichtweisen der Interpreten werden durch ihre Musik massentauglich und dienen als gemeinsamer Nenner für Probleme und Belange Jugendlicher, unabhängig von ihrer Herkunft”, so Fritzsche. „Wort drauf! RSPKT PRJKT“ widmet sich dieser Möglichkeit und hat sich das Ziel gesetzt die Toleranz und das Miteinander zwischen den Jugendlichen weiter zu stärken und noch unentdeckte Talente zu fördern.

Der Rap-Wettbewerb startet im November 2016 als Erweiterung der Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“. „Wir haben in ganz Niedersachsen eine unglaubliche Resonanz auf unsere Wanderausstellung“, so Projektleiter Kai Thomsen. „Seit April diesen Jahres ist die Ausstellung bereits in acht Städten Niedersachsens zu sehen gewesen, an allen Orten haben hunderte Schülerinnen und Schüler die Ausstellung besucht und sich mit der Thematik auch im Unterricht beschäftigt. Diese Resonanz ist natürlich erfreulich, zeigt aber auch deutlich, dass Themen wie Menschenfeindlichkeit und Hass gerade für Jugendliche sehr relevant sind. Als dann der Vorschlag aus dem Kuratorium der Ausstellung kam einen Rap-Wettbewerb anzubieten, der sich ebenfalls dieser Thematik widmet, war das entsprechende Konzept schnell geschrieben. Denn auch bei aller Ernsthaftigkeit, die der Rap-Musik inne wohnt, hat sie auch häufig satirische Züge und einen humorvollen Unterton.“

Das Projektteam freut sich ganz besonders darüber, dass das Berliner Erfolgsquartett „Beatgees“ den Beat für dieses Projekt zur Verfügung gestellt hat, auf den die Jugendlichen ihren Rap schreiben können. Außerdem wird der Gewinner-Track auch im Tonstudio der Berliner Hitschmiede professionell produziert. Die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, Schulband, Rapper oder Hip-Hop-Crew, die am Ende den aussagestärksten Text zum Thema mehr Toleranz, Miteinander und gute Nachbarschaft, geschrieben und eingereicht haben, gewinnen diese professionelle Tonstudioaufnahme und reisen dafür in die Bundeshauptstadt.

Wer gewonnen hat entscheidet eine fachspezifische Jury, sowie ein öffentliches Online-Voting. Die beste Einsendung wird dann mit der professionellen Tonstudioproduktion bei den „Beatgees“ in Berlin, dem dazugehörigen Videodreh und der Veröffentlichung auf einschlägigen Streaming Portalen prämiert.

So kann man teilnehmen:
Auf http://www.dummel-ausstellung.de/wortdrauf steht der Beat für die Teilnehmenden zum Download bereit, auf diesem schreiben sie ihren Text passend zum Thema und senden anschließend den vollständigen Track konvertiert in MP3, WAV, AAC oder WMA (max. Dateigröße 20 MB) sowie das unterschriebene Anmeldeformular und die Lyrics als Textdokument an das Team der CD-Kaserne. Zum Aufnehmen des eigenen Tracks für die Bewerbung kann beispielsweise ein Handy, eine DAW oder ein anderes Aufnahmemedium genutzt werden. Bei Fragen können sich die Teilnehmer auch telefonisch an das Projektteam wenden: 05141-97729-0.

Die Bewerbung kann per E-Mail an wortdrauf@dummel-ausstellung.de oder per Post an:
CD-Kaserne gGmbH, Stichwort: „RSPKT PRJKT“, Hannoversche Str. 30b, 29221 Celle gesendet werden. Einsendeschluss ist der 31.03.2017. Weitere Infos auf www.dummel-ausstellung.de

Träger des Projekts ist die CD-Kaserne gGmbH – das Kulturzentrum in Celle, verantwortlich für dieses Projekt zeichnet das Projektteam der CD-Kaserne. Gefördert wird das Projekt durch das Niedersächsische Kultusministerium, die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover.