CELLE. Der Beratungsbedarf von Bankkunden steigt. Immer neue gesetzliche Regelungen, aber auch Krisen, sorgten dafür, dass auch die Kunden der Volksbank Südheide regelmäßig ihren Berater aufsuchten und aufsuchen. Dabei habe sich das allgemeine Kundenverhalten in den letzten Jahren ebenfalls massiv verändert. „Den klassischen ‚Schalterkunden‘ gibt es heutzutage so gut wie gar nicht mehr. Das tägliche Bankgeschäft, Überweisungen, Serviceaufträge oder die Bargeldversorgung werden zum überwiegenden Teil über SB-Geräte oder die Online-Filiale erledigt“, erläutert Frank Bonin vom Vorstand der Volksbank Südheide.

Dafür stehe das SB- und Online-Angebot  rund um die Uhr zur Verfügung und es sei für die Kunden heute selbstverständlich, sie zu nutzen. „Die Wachstumszahlen in der Nutzung der SB-Geräte, unseres Online-Banking und vor allem der VR-BankingApp für das mobile Banking sind enorm und sprechen für sich“, so Bonin.

Genau andersherum sehe es allerdings mit dem bedienten Service in den Geschäftsstellen aus. Hier verzeichne die Volksbank bereits seit einigen Jahren einen stetigen Rückgang. „Wir halten unser Serviceangebot in den Geschäftsstellen so lange wie möglich aufrecht, aber wenn es nicht mehr in Anspruch genommen wird, müssen auch wir irgendwann die Konsequenz daraus ziehen“, so Bonin weiter. Die Mitarbeiter im Service stünden während der Schalterbereitschaft nicht für Beratungen zur Verfügung. Diese würden aber dringend benötigt und nachgefragt von den Kunden. Natürlich wolle man auch weiterhin in der Fläche vertreten bleiben, so Bonin weiter, aber es müsse der Entwicklung Rechnung getragen werden und wirtschaftlich vertretbar bleiben.

„Zum Glück handeln wir aus einer starken Position heraus. Ansonsten gäbe es vermutlich deutlich stärkere Einschnitte“, sagt sein Vorstandskollege Horst Albert Lieb, „wir können der Entwicklung schrittweise folgen, weil die Volksbank Südheide auf soliden Beinen steht.“ Auch die für 2018 geplante Fusion mit den zwei Nachbarvolksbanken sei ein weiterer Schritt, diese Stärke aufrecht zu erhalten. „Wer Kunde einer gesunden und leistungsfähigen Bank oder Sparkasse sein will“, sagt Frank Bonin, „ der muss akzeptieren, dass dazu die entsprechenden betriebswirtschaftlichen und vertrieblichen Entscheidungen getroffen werden.“ Aktuell – und auch zukünftig je nach weiterer Entwicklung der genannten Faktoren.

Konkret werde es zum 1. August 2017 Änderungen an fünf Standorten geben: Eicklingen, Hillerse, Langlingen, Müden/Örtze und Wietze. „Gleich vorweg: wir bleiben überall vor Ort. Alle fünf Stellen wandeln wir um in SB-Center mit Terminberatung. Das heißt, für den täglichen Zahlungsverkehr, Kontoauszüge und die schnelle Bargeldversorgung stehen sämtliche SB-Angebote unverändert vor Ort zur Verfügung. Nach vorheriger Terminvereinbarung sind zudem auch Beratungsgespräche in den Räumen weiterhin möglich – ohne Wartezeiten, ohne Unterbrechungen, ohne Zeitdruck und mit ausreichend Vorbereitung für unsere Mitarbeiter vor dem Gespräch. Auf Wunsch besuche der Berater seinen Kunden für ein individuelles Gespräch wie bisher natürlich auch zu Hause.

Lieb ergänzt: „In Müden/Örtze haben wir einen Sonderfall, denn rein wirtschaftlich betrachtet, müsste der Standort sofort geschlossen werden. Da wir aber dem Dorfladen, der Tante Hanna GmbH, und damit auch unserer Auftragslage eine Chance geben wollen, werden wir auch hier die Terminberatung anbieten und die Situation sowie deren Entwicklung in 2018 noch einmal neu betrachten.“

Ansonsten werden alle Mitarbeiter aus diesen Filialen, wenn sie nicht zu vereinbarten Beratungsterminen vor Ort sind, in den benachbarten Filialen oder KompetenzCentern anzutreffen sein und sind dort auch weiterhin unter der gewohnten Rufnummer erreichbar. „Unser Angebot der Beratung von acht bis acht hat sich bewährt“, unterstreicht Frank Bonin“, und das gelte  für alle Orte im Geschäftsgebiet.

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