CELLE. Die Rufnummer einer Vertrauensperson, Grunderkrankungen, Vorliegen einer Patientenverfügung – in einem Notfall kann wichtig sein, dass solche Daten schnell zur Verfügung stehen. Eine Notfallkarte, in die alle wichtigen medizinischen Informationen eingetragen werden können sowie ein auffälliger Aufkleber, der auf das Vorhandensein sowie den Aufbewahrungsort der Notfallkarte hinweist und an einem gut sichtbaren Ort in der Wohnung aufgeklebt werden kann, soll dies in und um Celle zukünftig begünstigen.

„Wenn man im Ernstfall die Krankengeschichte, Medikamente oder Besonderheiten wie Herzschrittmacher oder Diabetes erst recherchieren muss, verliert man oft wertvolle Zeit“, erklärt Rettungssanitäter Jörg van der Ahe. Der Samariter lässt es sich trotz seiner sehr eingeschränkten Zeit nicht nehmen, bisweilen selbst auf den Rettungswagen zu steigen und weiß wovon er spricht. Van der Ahe erinnert sich an Einsätze, die für den Patienten vielleicht vorteilhafter hätten ausgehen können, hätte es bestimmte Hinweise einfach schneller gegeben.

Um solche Situationen in und um Celle demnächst weitestgehend zu vermeiden, wurde die Notfallkarte mit zugehörigem Hinweisaufkleber ins Leben gerufen. Die Initiative des Seniorenbeirates der Stadt stieß nicht nur beim ASB sofort auf offene Ohren. sondern auch beim Seniorenbeirat: „Die Notfallkarte ist ein wirklich wertvoller Impuls für unsere Stadt und kann im Notfall Leben retten.“

Die Idee sei nicht neu. Celle folge dem guten Beispiel vieler anderer Städte. „Aber die Idee ist so gut, dass es sich sehr lohnt, sie zu übernehmen und wir freuen uns umso mehr, dass wir mit dem ASB einen so kompetenten Partner für das Projekt begeistern konnten“, freut sich auch Gerhard Bosse, vom Celler Seniorenbeirat.

Unter Mitwirkung der ASB-Mitarbeiter und Verbandsarzt Witthöft wurden die für Ersthelfer, Rettungsdienst, Notarzt und Krankenhaus wesentlichsten Erstinformationen zusammengestellt, um eine gute Behandlung einzuleiten. Damit richtet sich die Notfallkarte längst nicht mehr nur an Alleinlebende oder Senioren. „Wenn Patienten nicht sprechen können und Angehörige abwesend sind oder unter Schock stehen, müssen wir auf die kostbaren Auskünfte verzichten“, erzählt Dr. Witthöft. Und diese Situation sei gar nicht so selten, wie man erst einmal annimmt, meint sie.

Am 08. Februar 2018 wird die Notfallkarte der Öffentlichkeit vorgestellt. Dann ist sie gemeinsam mit dem zugehörigen Hinweisaufkleber sowohl beim Seniorenbeirate als auch beim ASB kostenlos erhältlich. Mitglieder des Seniorenbeirates und Mitarbeiter des ASB sind dann auch gleich beim Ausfüllen behilflich. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Notfallkarten nicht einfach in der Tasche verschwinden und letztlich im Abfall landen“, begründet  Bosse dieses Angebot. Schließlich empfiehlt der ASB, die Notfallkarte regelmäßig zu aktualisieren und auch dem Hausarzt zur Vervollständigung oder Korrektur gelegentlich vorzulegen. Die Karte ist dann beim ASB oder auch bei der Stadt Celle erhältlich.

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