AMERSFOORT/CELLE. In Amersfoort (Niederlande) wurde vom 11.-12.05.2019 zum zweiten Mal der U14 und U16 Europacup im Ju-Jutsu ausgetragen. Fast 200 Kämpfer und Kämpferinnen aus 16 Ländern nahmen daran teil. Für den VfL Westercelle gingen Kristin Raddatz in der Altersklasse U14 bis 52 kg und Melissa Chevalier in der Klasse U16 bis 63 kg an den Start.

Ihren ersten Kampf bestritt Kristin gegen eine Ungarin. Von Beginn an setzte sie ihre Gegnerin unter Druck und konnte schnell zwei Ippons in Part I (Atemi – Schlagen und Treten) holen. Nach einem ersten Wurfversuch bekam Kristin zwar nur eine kleine Wertung, war aber in der Lage die Ungarin in eine Haltetechnik zu zwingen und sich einen Ippon in Part III (Bodenkampf) zu erkämpfen. Zurück im Stand griff Kristin erneut erfolgreich mit einer Schlagkombination an und ging sofort in Part II (Werfen) über um die Kontrahentin mit Tani-Otoshi (Talfallzug) zu werfen. Damit holte sie sich den noch fehlenden Ippon für den vorzeitigen Sieg. Im zweiten Kampf traf Kristin auf eine niederländische Ju-Jutsuka. Beflügelt vom ersten Sieg dominierte sie diese Begegnung mit schnellen Schlag- und Trittkombinationen. Es gelang ihr, die Niederländerin mehrmals zu werfen und mit einer Haltetechnik auch diesen Kampf vorzeitig zu gewinnen. Damit stand Kristin im Finale.

Hier sollte ihre Gegnerin erneut eine Niederländerin sein. Zu Beginn belauerten sich die beiden Kontrahentinnen, bis Kristin die ersten Akzente mit klaren Angriffen und Treffern setzte. Allein der Kampfrichter belohnte sie dafür nicht mit Punkten. Im Part II versuchte Kristin, sich einen Griff für ihren Spezialwurf zu erarbeiten, während die Niederländerin sich darauf beschränkte die Griffansätze zu verhindern. Als es Kristin doch noch gelang, ihre Gegnerin mit einem Seoi-Nage (Schulterwurf) zu werfen und in eine Haltetechnik zu zwingen, wurde diese vom Kampfrichter ohne nachvollziehbare Gründe unterbrochen und der Kampf im Stand fortgesetzt. Sekunden vor dem Ende lag Kristin nach Punkten zurück. Mit einem letzten Atemi-Angriff konnte sie zwar noch mal mit Ippon punkten, den Rückstand aber nicht mehr aufholen und belegte so den zweiten Platz.

Die erste Gegnerin von Melissa kam aus Polen. Beide zögerten nicht lange und versuchten mit Atemis Punkte zu sammeln. Melissa konnte sich so einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Beim Übergang in Part II war der erste schnelle Wurfversuch noch nicht erfolgreich aber mit dem zweiten gelang es ihr, die Polin mit Tani-Otoshi zu werfen. Hierfür bekam Melissa nur eine kleine Wertung, konnte die Gegnerin allerdings mit einer Haltetechnik festlegen und so einen Ippon in Part III holen. Um den Kampf vorzeitig zu gewinnen, fehlte nun nur noch der Ippon in Part II. Beim nächsten Wurfversuch konterte die Polin, punktete ihrerseits am Boden und gestaltete so den Kampf wieder ausgeglichen.

14 Sekunden vor dem Ende startete Melissa einen letzten Angriff. Mit schnellen Atemis überrannte sie ihre Gegnerin, ging nahtlos in eine O-Uchi-Gari (Große Innensichel) über und konnte die Kontrahentin damit für Ippon werfen. Im nächsten Kampf, gegen eine Russin, ging es bereits um Gold. Melissa dominierte die Begegnung von Beginn an mit Atemis. Nach einem missglückten Wurfversuch gelang es der Russin, mit einer Haltetechnik zu punkten. Danach verlegte sich Melissa darauf, mit Schlag- und Trittkombinationen ihren Punktevorsprung auszubauen. Nach einer weiteren Schlagkombination beschwerte sich die Gegnerin wegen eines zu harten Treffers am Kopf. Der Kampfrichter, der erst noch auf Punkt für Melissa entschieden hatte, gab der Beschwerde nach. Daraufhin wurde Melissa wegen unerlaubten Kontakts zum Kopf disqualifiziert und musste sich, wie 2018, mit dem zweiten Platz zufriedengeben.

„Kristin und Melissa haben sehr gute Leistungen gezeigt. Umso ärgerlicher sind die teilweise nicht nachvollziehbaren Entscheidungen. Letztes Jahr sind die Kampfrichter souveräner aufgetreten. Dennoch können die Beiden auf die Vizetitel stolz sein“, resümierten die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell.



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