NPD-Aufmarsch in Eschede: "Sind die Behördenvertreter noch zu retten?"

Leserbeiträge Von Extern | am Do., 19.12.2019 - 17:33

ESCHEDE. Zur NPD-Veranstaltung und zwei Gegendemonstrationen am kommenden Samstag in Eschede, schreibt Hans-Dietrich Springhorn aus Müden/Örtze:

"Die NPD läuft auf! Endlich dürfen wieder Faschisten mit Fackeln und Knobelbechern durch ein Heidedorf marschieren. Wir schreiben das Jahr 2019 und die zuständigen Kreisbehörden haben mit der NPD-Niedersachsen in einem „Kooperationsgespräch“ einvernehmlich besprochen, wie am 21. Dezember in Eschede marschiert werden kann. Unglaublich, aber die Nazis sind kooperativ und kommen der Behörde entgegen und laufen etwas früher als ursprünglich geplant los. Vielen Dank liebe Nazis... Und die Behördenvertreter, sind die noch zu retten? 

Wenn Gefahr für die öffentliche Ordnung besteht und die besteht eindeutig wenn Alt- und Neonazis durch ein friedliches Dorf marschieren, dann kann und muss von den Behörden erwartet werden, dass ein Riegel vorgeschoben wird. Nicht nur die Überlebenden von Buchenwald sondern auch die Väter und Mütter des Grundgesetzes waren sich einig: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Und: Wehret allen Anfängen! Die Beamten in den zuständigen Behörden nehmen ihren Eid, den sie auf unsere Verfassung geleistet haben, nicht ernst oder haben nichts verstanden. Anders ist das was aktuell in Eschede passiert nicht zu erklären. 

Schon 2018 im Sommer wurde der Parteitag der NPD auf dem Nahtz-Hof „durchgewunken“ und im Frühjahr dieses Jahres wurde beim Verkauf des Hofes, von einem NPD-Mitglied an den NPD-Landesverband, monatelang kooperativ „zusammengearbeitet“. Es reicht! Alle guten Dinge sind drei, die politisch verantwortlichen vom Bürgermeister in Eschede über den Landrat in Celle bis zum Innenminister in Hannover sollen endlich ihren Hut nehmen. 

Wie bitte denken sich diese Herren die Zukunft in Eschede, wollen sie den Aufbau eines Schulungszentrums, einer Kaderschmiede der rechtesten Truppen und Organisationen unseres Landes „wohlwollend“ begleiten. Hoffen Sie, dass wird sich alles legen, die Nazis werden schon „freiwillig“ und „vernünftig“ einsehen, ihre Pläne und Ziele sind nicht wirklich gut? Und als nächsten Schritt gehen sie dann ins Aussteigerprogramm? 

In der Celleschen Zeitung wurde am 14. Dezember ein Leserbrief zum Thema veröffentlicht. Dort wurde die Frage gestellt, ob viele in dieser Angelegenheit den letzten Schuss noch nicht gehört hätten? Jetzt ist eindeutig geklärt, diese Frage war berechtigt, die zuständigen Behörden im Kreis Celle und die Verantwortlichen sind nicht nur taub sondern vermutlich auch blind... "